Saftige Strafe für Fahrt unter Drogeneinfluss

BALVE/MENDEN ▪ Dass der Konsum von Drogen die Gesundheit und sogar das Leben des Abhängigen gefährdet, liegt in der Natur der Sache und ist allgemein bekannt. Dass aber auch Unschuldige Opfer werden können zeigt ein tragischer Fall, der am Montag vor dem Amtsgericht Menden verhandelt wurde.

Hier musste sich ein 23-jähriger Iserlohner wegen fahrlässiger Gefährdung des Straßenverkehrs und fahrlässiger Körperverletzung verantworten. Das Urteil: 3000 Euro Geldstrafe und neun Monate Führerscheinsperre.

Der Iserlohner hatte sich am 14. Juli 2009 nach dem Konsum von Heroin hinter das Steuer seines Fahrzeuges gesetzt und sich auf den Weg nach Balve gemacht. Obwohl vor ihm ein Lastwagen fuhr, der ihm jegliche Sicht auf den Gegenverkehr versperrte, war er kurz vor Volkringhausen nach links in Richtung Grübeck abgebogen. Dabei hatte er einen entgegenkommenden Mendener auf einem Motorrad übersehen. Es war zu einem heftigen Zusammenstoß gekommen. Der 46-Jährigen konnte dem Angeklagten nicht mehr ausweichen und wurde durch die Wucht des Aufpralls durch die Luft geschleudert, bevor er schließlich hart auf dem Boden aufschlug. Mit schweren Verletzungen musste der Mendener ins Krankenhaus eingeliefert werden, wo er mehrere Wochen hatte bleiben müssen.

Der Angeklagte hatte am 31. Mai schon einmal in dieser Sache auf der Anklagebank gesessen. Damals wie am Montag schwieg er zunächst zu den Vorwürfen. Die als Zeugen geladenen Polizeibeamten schilderten gestern, wie sie den Iserlohner an der Unfallstelle angetroffen hatten. „Er war total teilnahmslos und blass. Er hat überhaupt nicht realisiert, was passiert ist”, so die Beamten. Dass es sich bei diesem Zustand um einen Unfallschock gehandelt hatte, schlossen die Polizisten nahezu einheitlich aus. Stattdessen hatte sich der Verdacht konsumierter Drogen aufgedrängt. „Er hatte einen – passend zum Bild – schleppenden Gang und einen Schleier über den Augen“, so ein 26-jähriger Polizist.

Und der Verdacht hatte sich schließlich bestätigt. Schnell hatte der Angeklagte eingeräumt, am Morgen Heroin zu sich genommen zu haben. Zudem waren die Beamten im Socken der 23-Jährigen auf Drogen gestoßen. Am Ende der Gerichtsverhandlung zeigte sich der Angeklagte voller Reue. Er stand auf und entschuldigte sich im Gerichtssaal sichtlich berührt für sein Verhalten. ▪ jape

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