Rudolf Rath ist der Verwalter der Pfarrgeschichte

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Rudolf Rath ist für das Pfarrarchiv zuständig. Dieses umfasst mittlerweile auch fast 2000 Totenzettel aus dem gesamten Kreisgebiet, die Rath allesamt einlagert und digitalisiert.

Balve - Rudolf Rath hat sich als Pfarrarchivar und damit als Verwalter der Geschichte der Gemeinden im Pastoralverbund Balve-Hönnetal schön längst einen Namen gemacht.

Bekannt geworden ist er außerdem als Mitautor im Sauerländer Heimatbund und auch im Westfälischen Heimatbund. 

Beide Institutionen veröffentlichten einen Bericht von Rath über die 2012 begonnene und fast ein Jahr dauernde Restaurierung der Wandmalereien im romanischen Teil der St.-Blasius-Kirche von Dr. Anna Skriver. Diese Kunstwerke aus der Zeit von 1170 bis 1270 nehmen im Erzbistum Paderborn einen hohen Stellenwert ein, und werden in zahlreichen Veröffentlichungen über die Bistumsgrenzen hinaus genannt. 

Ein Exemplar jeder Ausgabe hat sich Rudolf Rath für das Archiv gesichert. Schwer sind die Bücher, in denen verschiedene Themengebiete ihren Platz finden; einen besonderen Standort haben sie in Balve gefunden. Stolz ist der Pfarrarchivar darüber, dass er einen Anteil daran hat, seine Heimatstadt und vor allem seine Heimatkirche, die Pfarrkirche St. Blasius, bekannt zu machen. 

Archiv umfasst fast 2000 Totenzettel 

Viel Zeit verbringt er damit, die ihm überlassenen Exponate zu sichten und zu erfassen. Dazu gehören fast 2000 Toten-Andenkenzettel, die er seit etwa zehn Jahren aus dem gesamten Märkischen Kreis und auch dem Hochsauerlandkreis sammelt. „Das Andenken an diese Menschen soll nicht verloren gehen“, fasst er seine Passion zusammen, die er überkonfessionell versteht. 

In Kartons sind diese Zettel aufbewahrt, außerdem ist jeder Zettel im Computer zur besseren Suche erfasst. Dieses eigene Archiv im Pfarrarchiv umfasst Totenzettel ab der Mitte des 19. Jahrhunderts. „Sie können zur Familienforschung genutzt werden“, lädt Rudolf Rath zu einem Besuch ein. Seine Sammlung ist allerdings noch längst nicht abgeschlossen, berichtet er. Weitere Andenkenzettel von Verstorbenen, die bis in die 1970er-Jahre noch regelmäßig ausgestellt wurden, seitdem aber immer mehr in Vergessenheit geraten sind, nimmt der Archivar jederzeit entgegen. 

25 Kilogramm schwere Schieferplatte 

Ordentlich in Kartons gelagert, sind sie leicht zur Hand zu nehmen. Schwer ist dagegen die Schieferplatte, die im Dezember bei ihm abgegeben wurde. „Um die 25 Kilogramm wird sie auf die Waage bringen“, schätzt er. Über das soziale Netzwerk Facebook kam er in Kontakt mit einem alten Jugendfreund, der diese Platte an ihn verschenkte. Sie stellt die Abbildung der katholischen Pfarrkirche in Affeln als Gravur mit der Künstlersignatur HG dar. Der Steinmetz und Bildhauer Helmut Gördes aus Hellefeld, daran erinnerte sich Pfarrer Andreas Schulte, hat verschiedene Motive aus dem Raum Affeln auf Schiefertafeln gestaltetet, den Kreuzweg in Affeln geschaffen und in Balve den Gedenkstein für Dechant Josef Löcker (1908 bis 2010) erstellt. 

Die gravierte Schiefertafel ist etwa 60 Zentimeter breit und 55 Zentimeter hoch, hat der Pfarrarchivar ermittelt. „Sie könnte ein offizielles Geschenk an eine verdiente Person oder einen Verein in Affeln aus Anlass eines Jubiläums gewesen sein“, vermutet er. Weitere Aufschlüsse lässt die Tafel bis auf die auf der Rückseite gravierte Schrift: „St. Lambertus Kirchengemeinde Affeln“ nicht zu. Darüber und darunter eingravierte Buchstaben sind entfernt worden. 

Vikar Tobias Kiene wird diese Schiefertafel an die Affelner übergeben. Vorgesehen sei, dass sie im neu renovierten Pfarrheim aufgehängt werden soll.

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