Rudolf Rath: Umzug mit 1000 Büchern

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In Kürze muss Rudolf Rath mit dem Pfarrarchiv der St.-Blasius-Gemeinde umziehen, weil das Pfarrheim abgerissen und durch einen Ersatzneubau ersetzt wird.

Balve - Mit 75 Jahren muss Rudolf Rath, der am 9. April seinen Ehrentag feierte, noch einmal umziehen. Im Juli muss er mehr als 1000 Bücher in Kartons packen, und dann gilt es auch, sperrige Gegenstände zu transportieren.

„Das muss alles raus“, hat Rudolf Rath noch viel Arbeit vor sich im Pfarrarchiv der St.-Blasius-Gemeinde. Wenn dieses im Herbst abgerissen wird, wird das Archiv in der ehemaligen Krankenhauskapelle im Gesundheitscampus bis zur Eröffnung des Neubaus zwischengelagert. 

Aber auch bei dieser Zwischenlösung ist Rudolf Rath mit ganzem Herzen dabei, weiß er doch um die materiellen, meistens aber ideellen Werte des Pfarrarchivs, die es zu pflegen gilt. 

Seit 14 Jahren leitet er das Archiv von St. Blasius-Balve – nachdem er als Sozialarbeiter der Stadt Iserlohn 2004 in den Ruhestand ging, übernahm er auf Bitten des damaligen Pfarrers Dr. Reinhard Richter den Aufbau des Archivs. 

Etwas mulmig nach der ersten Sichtung 

Dabei sei ihm bei der ersten Sichtung des etwa einen Kubikmeter umfassenden ungeordneten Schriftgutes aus mehreren Jahrhunderten damals etwas mulmig geworden, gibt er zu. 

Die Arbeit des Pfarrarchivpflegers – als solcher sieht sich Rudolf Rath – hat übrigens nur vordergründig mit verstaubten Aktendeckeln zu tun, denn die Sichtung, Erfassung und Erforschung der Nachlässe der Vorfahren soll für die Nachwelt erhalten bleiben. Aktuell wird der gesamte schriftliche Nachlass des Kirchenmusikdirektors und Ehrenbürgers der Stadt Balve, Theodor Pröpper, aufgearbeitet. Dessen 40. Todestag soll 2019 begangenen werden. 

Wer sich Zeit nimmt, der entdeckt im Pfarrarchiv viele weitere Schätze, wie eine Fotosammlung, viele Ausstellungsexponate, Familienunterlagen, alte Andachts- und Gebetsbücher, mehr als 2000 Totengedenkzettel, aber auch Chroniken und Jubiläumsbücher aus dem gesamten heimischen Raum. 

Archiv ist der Öffentlichkeit zugänglich

Rudolf Rath ist es wichtig, dass „sein“ Archiv der Öffentlichkeit zugänglich ist. So finden Privatpersonen, Schulen, Vereine und Studenten bei ihm stets eine offene Tür. Bei der Suche nach Unterlagen zu einem Ereignis oder einem Namen hilft das Computerverzeichnis – denn auch dies wird von Rath aktualisiert, wenn wieder einmal alte Gegenstände christlicher Bedeutung bei ihm abgegeben worden sind. 

Darüber hinaus pflegt er die Zusammenarbeit mit dem Archiv der Stadt Balve, der evangelischen Kirchengemeinde sowie anderen kommunalen und privaten Archiven. Nach 14 Jahren engagierter und ehrenamtlicher Arbeit genießt das Pfarrarchiv, in dem auch die Archive von St. Barbara Mellen und St. Antonus Eisborn verwaltet werden, hohe Anerkennung bei der Aufsichtsbehörde, dem Erzbischöflichen Archiv in Paderborn. Zeichen der Wertschätzung war der erstmalige „Tag der Pfarrarchive“ in der Diözese Paderborn 2014, der in Balve stattfand. 

Aber Rudolf Rath hat sich nicht nur im Pfarrarchiv einen Namen gemacht, die Liste seiner weiteren Ehrenämter ist lang. Dazu gehört die Mitgründung des Malteser Hilfsdienstes (MHD) im Jahr 1961. Bis 1966 war er Ortsbeauftragter, danach Ausbilder und Mitverfasser von Chroniken. Für all diese Verdienste wurde er mit der MHD-Verdienstmedaille in Gold ausgezeichnet. 

Mitbegründer des Stadtjugendrings 

Rath war im Jugendhilfeausschuss als Vertreter der Jugendverbände im Kreis Arnsberg (1969 bis 1974), im Märkischen Kreis (1975 bis 1978) und stellvertretendes Mitglied als Vertreter der katholischen Kirchen im Dekanat (2007 bis 2014). Mitgegründet wurde von ihm er Stadtjugendring Balve im Jahr 1969; mehrere Jahre war er Vorsitzender beziehungsweise Vorstandsmitglied. 

Das Balver Jugendzentrum wurde 1969 ebenfalls von ihm mit gegründet, ebenso der Vorkindergarten Balve im Jahr 1974. Zuletzt hatte er die Geschäftsführung bis zur Schließung am 7. Juli 2012 inne. Und auch an der Gründung vom Kreisjugendring Arnsberg 1961 war Rudolf Rath beteiligt. Bis zur kommunalen Neugliederung der Kreise 1974, war er Vorsitzender. 

Darüber hinaus war er in der CDU-Orstunion und im Stadtverband von 1973 bis 1991 aktiv, arbeitete im Rat und den Ausschüssen der Stadt Balve mit, organisierte mit der Stadt und Heimwacht die 1150-Jahr-Feier der Namenserwähnung der Stadt Balve im Jahr 2014 mit, war als Schöffe an der Jugendkammer vom Landgericht Arnsberg von 2005 bis 2008 tätig und führt seit 2004 auch noch durch das Schloss Wocklum.

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