Rudolf Rath ist der dienstälteste Nikolaus in Balve

+
Rudolf Rath ist seit vielen Jahren in der Advents- und Weihnachtszeit als Nikolaus in Balve unterwegs.

Balve – So sieht der Nikolaus aus: der weise Mann blättert in seinen Unterlagen, mit denen er sich auf die Besuche bei den Kindern vorbereitet.

„Stimmt fast“, schmunzelt Rudolf Rath. Er streicht sich über seinen grauen, relativ kurzen Bart: „Bis zum Nikolaustag am 6. Dezember ist er strahlend weiß.“ Und dann passt ihm auch sein Nikolausgewand wie angegossen – ihm, dem dienstältesten Nikolaus in der Hönnestadt. „Mit 19 Jahren habe ich damit angefangen“, erinnert sich der heute 76-jährige Rath. „Nikolaus zu sein, das habe ich heiß ersehnt.“ Dafür hat er sich ab Messdiener hochgearbeitet, war zunächst Knecht Ruprecht, ab 1962 dann – endlich – der Nikolaus. 

In 57 Jahren hat er viele Familien besucht: „Damals haben noch 19 Paare, also der Nikolaus mit dem Knecht Ruprecht, 180 Familien besucht.“ Im Mittelpunkt stand noch der „Zuchtmeister“, der mit Ruprecht auf die Mädchen und Jungen regelrechten Druck ausübte. „Es wurde der Wille der Eltern abgefragt“, blickt Rudolf Rath zurück auf eine Zeit, die dem studierten Sozialpädagogen nicht ganz geheuer war. „Es wurde viel ermahnt und ein von den Eltern vorgegebener Sündenzettel abgearbeitet.“ 

Die Wende kam nach 1968

Dann aber kam die Wende nach 1968. Nun stehen die Wünsche der Kinder im Mittelpunkt. „Seitdem wird mit den Eltern auch im Beisein der Kinder vor dem Nikolaus diskutiert, was besser laufen kann.“ 

Viel hat Rudolf Rath erlebt in dieser Zeit, in der in Balve und den Ortsteilen im Einsatz war. „Die große Herausforderung ist vor jedem Auftritt bei Familien, Caritashelfern, Senioren oder auch den Demenzgruppen, dass immer wieder neue Inhalte zu vermitteln sind“, sagt er. All das mache aber den Reiz aus, jedes Jahr aufs Neue die Nikolaus-Rolle mit Leben zu erfüllen. „Aber das Interesse an Buchungen nimmt ab“, stellt er fest. Denn: „Inzwischen werden nur noch neun Familien von Matthias Streiter und mir mit unseren Ruprechten besucht.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare