Rudelgucken in der Balver Höhle

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Wer zum Rudelgucken in die Balver Höhle kam, trug schwarz-rot-goldenen Schmuck.

Balve - Fußballgucken ist in der Gemeinschaft am Schönsten – und wenn die Deutsche Nationalmannschaft spielt, dann machen sich Jung und Alt auf die Suche nach entsprechenden Lokalitäten. Wir besuchten am Montagabend beim Spiel gegen Portugal für je eine Halbzeit die Veranstaltungen in der Balver Höhle und der Garbecker Schützenhalle.

Mitfiebern und -bangen bei Torchancen, Vorfreude beim Elfmeter, Torjubel und auch Zustimmung für die Rote Karte nach Pepes Tätlichkeit gegen Müller: Es waren 90 Minuten in diesem ersten Gruppenspiel, die für alle Zuschauer wohl unvergesslich bleiben werden. Überwiegend in weiße Nationaltrikots gekleidet, schwarz-rot-gold geschminkt, hier und da auch mit Fahne und Tröte in der Hand verfolgten die Balver das Spiel. Abgeflaut war aber die Begeisterung für ein „Fahnenmeer“, wie es während der EM üblich war; und auch die Autofahnen schmücken bisher noch nicht allzu viele Pkw. Dafür gilt in diesem Jahr: Nach jedem Tor wird der Nachbar umso ausgiebiger mit in den Jubel mit einbezogen.

In der Höhle als dem „geilsten Stadion der Welt“ begrüßte Detlev Siewers, Sportbeauftragter der St. Sebastian-Schützenbruderschaft, die etwa 1000 Gäste. Dass hier gefeiert werden kann, das hatten auch drei Studenten der FH-Düsseldorf erfahren, die aber nicht zum Mitfeiern kamen, sondern vielmehr für ein Projekt die Begeisterung der Fans mit ihrer Kamera festhielten.

Ebenfalls aus einer anderen Perspektive betrachteten zwei 15-Jährige das WM-Spiel. Moritz Gall und Michel Hering waren nach ihrer bestandenen Ausbildung zum „First Responder“ beim Malteser Hilfsdienst im Mai (wir berichteten) zum ersten Mal bei diesem Großereignis in der Balver Höhle in dieser Funktion tätig. Mit Mark und Kristina Stadelhofer standen ihnen zwei erfahrene Helfer zur Seite, mit denen sie in der Nähe des Eingangs stationiert und für den Vorplatz und den Höhleninnenraum ihr Einsatz waren. Ein wenig aufgeregt waren die beiden Jugendlichen schon, auch wenn sie bereits beim „Optimum“ bereits ihre erste große Bewährungsprobe bestanden hatten.

Fair ging es ebenfalls zu, verkaufte doch die „Dritte-Welt-Gruppe“ fair gehandeltes Popcorn. Dieses „Popquins“ wird vor jedem Spiel in der Höhle angeboten.

Mit etwa 250 Erwachsenen und 50 Kindern war die Teilnehmerzahl in der Schützenhalle Garbeck zwar geringer als in Balve, doch in Sachen Lautstärke und Begeisterung waren diese Public Viewing-Teilnehmer absolut ebenbürtig. Um die 16 Schützenbrüder waren an diesem Abend für das Wohl ihrer Gäste im Einsatz waren. Stolz über die Leistung der Mannschaft und zufrieden mit dem jeweiligen Public Viewing-Ort waren hier wie dort alle Besucher. Viele sehen sich wieder am Samstag beim Spiel gegen Ghana um 21 Uhr. - Von Julius Kolossa

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