Keine nennenswerte Entlastung?

Richard Müller aus Eisborn kämpft gegen den geplanten A46-Lückenschluss

Richard Müller sieht seine Heimat Eisborn bedroht, sollte der Trassenverlauf der Autobahn 46/Bundesstraße 7 über Asbeck verlaufen.
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Richard Müller sieht seine Heimat Eisborn bedroht, sollte der Trassenverlauf der Autobahn 46/Bundesstraße 7 über Asbeck verlaufen.

Richard Müller aus Eisborn hat die Planungen zum Weiterbau der Autobahn 46 (A 46) von Hemer nach Menden von Anfang an kritisch verfolgt, engagiert sich jetzt auch in der „Gruppeninitiative gegen den Bau der A 46“ (GigA46), die das Projekt Lückenschluss verhindern möchte.

„Seit nunmehr 50 Jahren werden die verschiedensten Trassenverläufe vorgestellt – mit keinem bin ich einverstanden, weil jeweils immense naturschutzrelevante Bereiche zerstört werden“, sagt Müller im Gespräch mit der Redaktion. Die Natur liegt ihm am Herzen, ist er doch im Naturschutzzentrum des Märkischen Kreises als Schatzmeister tätig.

Seine Heimat Eisborn sieht er mit einer möglichen Trassenführung der an die A 46 anschließende Bundesstraße 7 nach Neheim durch Asbeck bedroht. Deshalb unterstützt Müller auch die Petition „Gemeinsam und überall – Für eine Region ohne Autobahn A 46“, die unter anderem das Lückenschluss-Projekt verhindern möchte.

Müller: „Reichen zwei Autobahnanschlüsse nicht?“

Müller sagt: „In Eisborn haben wir zwei Autobahnanschlüsse zur Auswahl, die jeweils höchstens 15 oder 20 Minuten entfernt sind. Sollte das nicht reichen? Und ob die Autobahn ,über’n Berg’ gut für Tourismus und Naherholung ist? Schon in den 1950er-Jahren sind meine Schwiegereltern aus Dortmund an den Wochenenden hierhin gekommen, um ein bisschen frische Luft zu tanken und durch Wälder und Felder zu wandern. Haben wir hier gerade das Beil mit seinen schönen Buchenwäldern vor der Zerstörung gerettet, nur damit der nächste Moloch hier die Natur zerstört?“

Der Eisborner sieht sich mit dieser von der GigA46 initiierten Petition auf dem richtigen Weg: „Diese Gruppe verfolgt die gleichen Ziele wie ich.“ Denn ob Autobahnerweiterung oder Neuplanung der Bundesstraße – er sieht keine nennenswerte Entlastung des Straßenverkehrs. Vielmehr setzt Müller auf ein Umdenken: „Der Bundesverkehrswegeplan soll zu einem Mobilitätskonzept werden, in dem im 21. Jahrhundert die Verkehrsplaner nicht mehr die Ansichten des 20. Jahrhunderts verwenden.“ Es hätte sich durch Corona gezeigt, dass in Zeiten des Homeoffice weniger Autofahrten unternommen würden. Dies solle bei der Planung der Verkehrswege berücksichtigt werden. Dabei hat Richard Müller durchaus eine Vorstellung, ab wann solch ein Umdenken stattfinden könnte: „Nach der Bundestagswahl im September wissen wir mehr.“

„Relativ zufrieden“ mit Regionalplanentwurf

Dagegen ist er „relativ zufrieden“ mit dem überarbeiteten Regionalplanentwurf, der sich mit der geplanten Steinbrucherweiterung um 80 Hektar des Unternehmens Lhoist im Hönnetal beschäftigt. Bei diesem wird das Beil zum großen Teil ausgenommen, daher eine Erweiterung in der „Horst“ und damit über Eigentum der Familie Schulte-Horst angestrebt. „Relativ zufrieden“ ist für Müller allerdings nicht der Idealzustand, denn auch die jetzige Lösung erscheint ihm verbesserungswürdig. Zusammen mit weiteren Naturschutzverbänden wird er mit dem Naturschutzzentrum bis Ende Juni Einwände gegen den Regionalplanentwurf erheben.

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