Ricco und Cheyenne haben die Rolle

Ein Casting der etwas anderen Art fand am Freitag in der Balver Höhle statt. Der Festspielverein war für das Musical Pippi Langstrumpf auf der Suche nach dem Kleinen Onkel.

BALVE ▪ Castingshows sind im Fernsehen derzeit der Renner – für diese Produktionen müssen sich die Kandidaten immer wieder einer Jury stellen. Auch in der Balver Höhle wurden schon zahlreiche Filmszenen gedreht und Theaterstücke aufgeführt, doch am Freitagabend fand hier ein eher außergewöhnliches Casting statt: das erste Pferdecasting des Festspielvereins Balver Höhle. Von Christian Paul

„Ich darf sie ganz herzlich zum ersten Pferdecasting in der Balver Höhle willkommen heißen“, begrüßte Regisseurin Gabi Krieger die Zuschauer und Jurymitglieder. Grund für dieses Casting war das diesjährige Märchenmusical Pippi Langstrumpf. Denn ohne den Kleinen Onkel wäre das Stück nicht so, wie es alle kennen. So hatten die Verantwortlichen nach passenden Pferden Ausschau gehalten und wurden fündig.

Die beiden Kandidaten für die Rolle des Kleinen Onkels kommen ganz aus der Nähe. Ricco, ein 25 Jahre alter Wallach, hat seinen Stall in Eisborn und gehört Heike Gerdiken. „Die Rolle des Kleinen Onkels ist für ihn nicht neu“, so Heike Gerdiken, „denn er ist vor Jahren schon beim Karneval in Koblenz in der Rolle mitgegangen“. Auch in seinem hohen Alter nimmt Ricco nach wie vor an Wettkämpfen teil. So hat er im vergangenen Jahr beim Distanzreiten eine Strecke von 50 Kilometern zurückgelegt. Beim Reitverein in Eisborn ist er Liebling der Kinder; an langer Lounge trägt er den Nachwuchs mit Gelassenheit Runde um Runde.

Der zweite Kandidat kommt ursprünglich aus Spanien und hat sein Quartier heute in Langenholthausen. Klaudia Spellier ist stolze Besitzerin des 15-jährigen Wallachs Cheyenne. „Ich habe ihm in den Jahren ein paar Kunststückchen beigebracht“, berichtet Klaudia Spellier. „Er gibt auf Zeichen ein Küsschen oder sagt zum Beispiel Hallo mit dem Vorderlauf.“ Das Pferd ist den Umgang mit Kindern ebenfalls gewohnt, denn es wird zum therapeutischen Reiten eingesetzt.

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In der Balver Höhe mussten die beiden vierbeinigen Kandidaten vor der Jury 23 Aufgaben erfüllen. Dabei ging es unter anderem darum, ob die Pferde in das Dunkel der Höhle gehen, sich von der Visagistin „schminken“ lassen, sich von den Pippi-Darstellerinnen in die Höhle führen lassen oder den Applaus und die Musik scheuen. Die Jurymitglieder Wilhelm Rademacher, Oberst der St. Sebastian-Schützenbruderschaft Balve, Theo Bösterling als stellvertretender Vorsitzender des Festspielvereins sowie Gabi Krieger machten sich eifrig Notizen, um nach den Prüfungen eine Entscheidung treffen zu können.

„Wir haben uns entschieden“, verkündete die Regisseurin zum Ende des Auswahlverfahrens. „Wir haben uns für beide Pferde entschieden“, so Gabi Krieger. Damit können sich Ricco und Cheyenne ihre Hauptrolle ab dem 8. Mai teilen – zur Belohnung gab es für die beiden je einen Strauß Karotten.

„Wir sind begeistert, wie ruhig und gelassen die Pferde sind“, freute sich Theo Bösterling. Die beiden Pippi-Darstellerinnen Randi von der Heyde und Malin Steiner waren von den beiden Pferden ebenfalls begeistert. Und auch die beiden Darstellerinnen des Herrn Nilsson, Lina Schulte und Lotta Butterweck, wollten nicht mehr von den Pferden herunter. ▪ paul

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