Haus Hake

Abriss bringt Öko-Punkte

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Die Ziegel waren bereits entfernt, die Wände beschmiert und Fensterscheiben eingeworfen – Das Haus Hake gab in seinen letzten Wochen kein schönes Bild mehr ab. Nun begann die Rheinkalk mit den Abrissarbeiten.

Balve - Ein Stück Zeitgeschichte ist jetzt Geschichte: Haus Hake im Hönnetal, direkt an der Bundesstraße 515, wird abgerissen. Die Rheinkalk als Eigentümer des Gebäudes hat am Donnerstag den Bagger anfahren lassen, der das Haus nach und nach abträgt.

Vor Ort werden die Materialien wie Holz und Steine bereits sortiert. All dies werde dann, so die Mitarbeiter des ausführenden Unternehmens Driller aus Arnsberg-Neheim, in Containern abtransportiert. Die dann vorliegende Brachfläche wird vom Eigentümer zukünftig als Ausgleichsfläche für die Sprengungen bepflanzt werden.

Seit Ende 2015 ist Haus Hake im Besitz der Rheinkalk, wo es in der Abteilung Liegenschaften unter „Haustadt 2“ geführt wird. Die Geschichte reicht weit zurück: 1889 wurde es gebaut von Wilhelm Hake, der an dieser Stelle einst das „Chausseegeld“ für die Benutzung der Hönnetalstraße erhob. Eberhard Honert hat diese Immobilie von seinem Vorfahr übernommen und mit seiner Frau Ute viele Jahre lang bewohnt. Zu seinem Eigentum gehörte auch die 1891 eröffnete Kneipe mit 30 Sitzplätzen im Gastraum und weiteren 160 in zwei anderen Räumen. Haus Hake war ein beliebtes Ausflugsziel im Hönnetal, viele Feste wurden dort gefeiert. 1974 wurde dann der Kneipenbetrieb eingestellt.

Es passte der Rheinkalk ins Konzept, das Haus vor zwei Jahren zu erwerben, bietet doch der Standort ideale Möglichkeiten, das durch Eingriffe in die Natur belastete Ökokonto mit einer Grünfläche aufzustocken.

Früher wurden hier viele Feste gefeiert. Die ehemalige Kneipe war ein beliebtes Ausflugsziel im Hönnetal. Nun soll es zur Grünfläche werden und das Ökokonto der Rheinkalk aufstocken.

Dass der Abriss in diesem Jahr bevorstand, teilte Joachim Czerwonka, Leiter der Liegenschaften, im September auf unsere Anfrage mit. Eine weitere Nutzung wäre nicht mehr in Frage gekommen. Und so wurden die Herbstferien, in denen das Hönnetal wegen Baumfällarbeiten gesperrt ist, genutzt, diese Arbeiten durchzuführen. Vor einigen Monaten wurden die Tondachziegel bereits von einem Interessenten mit Zustimmung des Eigentümers entfernt.

In den vergangenen Wochen verfiel das weitläufige Gebäude immer mehr. Einige Zeitgenossen beschmierten die Wände und warfen Fensterscheiben ein – ein Schmuckstück wie in alten Zeiten war Haus Hake nicht mehr.

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