Fische und Krebse verenden

Rettungsmission an der Hönne

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Bianca Schenk rettet täglich viele Fische und Krebse aus dem austrocknenden Flussbett der Hönne im Bereich Volkringhausen.

Volkringhausen – Im ausgetrockneten Flussbett der Hönne in Volkringhausen riecht es nach Moder und Verwesung. Forellen, denen das Wasser als Lebensraum in den vergangenen, trockenen Wochen immer mehr entzogen wurde, liegen als Kadaver auf den Steinen.

Für diese etwa 30 Zentimeter großen Fische waren die noch verbleibenden Biotope zu klein. Hier haben nur noch kleinere Fische die Möglichkeit, zu überleben. Daran änderten auch die kurzen Niederschläge am Mittwochabend nichts. 

„Es gibt immer weniger dieser Pfützen“, sagt Bianca Schenk aus Volkringhausen. Im Gespräch mit der Redaktion erzählt sie, dass sie sich seit einer Woche der Aufgabe angenommen hat, aus Wasserlöchern, die immer schneller austrocknen, die darin noch lebenden Tiere einzufangen und in mit Wasser gefüllten Eimern zu größeren Wasserlöchern zu transportieren, um die Fische oder auch Krebse dort wieder auszusetzen. „Denn sonst sterben immer mehr Tiere, weil kein Wasser mehr da ist“, hat sie festgestellt. 

Es musste dringend gehandelt werden

Sie hatte bei einem Spaziergang mit ihrem Hund gesehen, dass an der Hönne dringend gehandelt werden muss. Im Wieloh ist sie in Aktion, und hat dabei Anke Elandt und deren sechsjährigen Sohn Finn aus dem Langeloh an ihrer Seite. „Ich bin richtig traurig, dass es den Tieren so schlecht geht“, erzählt der Erstklässler. 

Auch Anke Elandt und ihr Sohn Finn helfen.

Er hat keine Angst vor den Fischen oder Flusskrebsen, die er in der Pfütze packt und im Wassereimer vorübergehend eine neue Heimat gibt. Finn ist auch fleißig mit dabei, Gießkannen mit frischem Wasser aus dem heimischen Wasserhahn in die Pfützen zu gießen. 

Schenk: "Man muss doch etwas tun"

„Man muss doch etwas tun“, erklärt Schenk ihre Initiative. „Vom Wieloh bis zum Dorfpark gibt es doch kaum noch Wasserstellen, in denen die Tiere überleben können.“ Bianca Schenk tut, was sie kann, indem sie mit eigener Wasserzufuhr für die Vergrößerung des Lebensraums in der Hönne sorgt. In ihrem Auto fährt sie die eingefangenen Fische und Krebse, die in den Tümpeln keine Überlebenschance mehr hätten, dann in den Eimern zur Schützenhalle. Dort, wo die Hönne mit Wasser aus der Ruthmecke-Quelle neuen Zufluss erhält, lässt sie die Wasserlebewesen wieder frei. 

„Ich hoffe sehr auf den in dieser Woche angesagten Regen“, blickt sie in den Himmel. Bis aber Niederschläge für einen ausreichend hohen Wasserstand der Hönne gesorgt haben, sind Bianca Schenk, Anke und Finn weiter Elandt aber weiter im Einsatz.

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