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Rettung vor dem Schlachter: Zweites Leben für „Teddy“ als Therapiepferd

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Von: Julius Kolossa

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Geben „Teddy“ eine Chance als Therapiepferd: Nicole Müller-Westernacher (links) und Kirsten Reppel-Böhmer vom Förderverein für therapeutisches Reiten.
Geben „Teddy“ eine Chance als Therapiepferd: Nicole Müller-Westernacher (links) und Kirsten Reppel-Böhmer vom Förderverein für therapeutisches Reiten. © Kolossa, Julius

Das Schicksal von „Teddy“ schien eigentlich bereits besiegelt. Das Pony stand schon beim Schlachter, um seinen letzten Gang anzutreten. Dann aber kam alles ganz anders

Der Neuzugang auf dem Hof Müller in Langenholthausen hat Potenzial. Davon sind Nicole Müller-Westernacher und Kirsten Reppel-Böhmer überzeugt. Das Vorstandsduo vom „Förderverein Reiten für Menschen mit oder ohne Beeinträchtigung LA“ hat sich mitten in der Corona-Pandemie für die Anschaffung des Tieres entschieden und das elfjährige Pony damit vor dem Schlachter gerettet.

Kirsten Reppel-Böhmer erzählt im Gespräch mit der Redaktion: „Ein befreundeter Schlachter hatte dieses Pony vom Vorbesitzer bekommen, weil es sich in seiner Box gegenüber Erwachsenen und auch Kindern, die sich ihm nähern, sehr aggressiv verhalten habe.“ Der Schlachter habe nun die Entscheidung treffen sollen, was mit dem Tier passiert.

Der Mann nahm Kontakt zu Reppel-Böhmer auf und schnell wurde entschieden: Das Pony darf leben und kommt nach Langenholthausen. Denn als gelernte Reitlehrerin, Reittherapeutin und Ergotherapeutin habe sie das Tier schon bei einem ersten Kennenlernen ganz anders wahrgenommen, erinnert sich Reppel-Böhmer: „Sein Grundcharakter ist völlig in Ordnung – man darf ihn nur nicht einsperren.“

Dass ihm jetzt in Langenholthausen eine Chance gegeben wird, hängt allerdings auch mit der Größe des Tieres zusammen. „Das Pony ist 1,35 Meter groß, und damit ideal für schwer mehrfachbehinderte Kinder, die von unten gehalten werden müssen.“ All dies waren für die Vorsitzende des Vereins gute Gründe, dem Pony den Namen „Teddy“ zu geben und es zum Therapiepferd auszubilden. Vorab allerdings waren, wie Müller-Westernacher und Reppel-Böhmer erläutern, umfangreiche tierärztliche Maßnahmen erforderlich, denn das Tier litt an einem Beckenschiefstand, Magengeschwüren, falsch abgeriebenen Zähnen und schlechten Hufen. „Durch Spenden konnten wir dem Tier auch die Impfungen ermöglichen“, erzählt Reppel-Böhmer.

Gesundheitlich wieder fit, sei „Teddy“ inzwischen schon deutlich gelassener geworden, erzählen beide. Nicole Müller-Westernacher: „Wir suchen jetzt jemanden, der finanziell die Patenschaft für Teddy übernehmen möchte, sodass wir weiter mit ihm arbeiten können.“ Denn die Pandemie habe auch bei diesem Förderverein für finanzielle Einbußen gesorgt. Hinzu komme das Juli-Hochwasser, mit dessen finanziellen Folgen viele Familien noch zu kämpfen hätten.

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