Garbecker Schützen ändern nach 50 Jahren Festablauf

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Oberst Manfred Schwermann (v. l.) und Vereinsvorsitzender Hubertus Schulte warben für die Änderung der Geschäftsordnung. Am Ende erhielten sie viel Applaus für ihre Entscheidung.

Garbeck - Festzüge am Sonntag und Montag, bei denen die Zuschauer 90 Minuten darauf warten, dass der König endlich durch die Straßen Garbecks marschiert, sollen der Vergangenheit angehören. Ab nächstem Jahr werden die Regenten am Jugendheim abgeholt – die mehr als 50-jährige Tradition, das Königspaar mit seinem Hofstaat zu Hause abzuholen, wird somit beendet. Der geschäftsführende Vorstand der Garbecker Schützenbruderschaft änderte dafür eigens die Geschäftsordnung. Viel Beifall gab es dafür während der Abrechnung, aber auch einige kritische Stimmen.

Werde das Königspaar nur noch samstags daheim abgeholt, falle an den beiden folgenden Tagen der persönliche Höhepunkt für die Regenten weg, mit den Schützen und der Musik das vom König spendierte Bier zu genießen. Auch wurde bemängelt, dass die Geschäftsführung geändert wurde, ohne zuvor die Mitglieder entscheiden zu lassen. Vorsitzender Hubertus Schulte und Oberst Manfred Schwermann betonten: „Wir haben uns diesen Entschluss nicht leicht gemacht.“

Letztlich habe das neue Procedere aber „nur Vorteile“. Wenn der König am Jugendheim abgeholt werde, könne sich dieser den auf dem Parkplatz aufmarschierten Schützen präsentieren. Danach gehe es schnell ins Dorf, wo die Zuschauer nicht allzu lange warten müssten.

Bisher seien danach aufgrund der langen Wartezeit viele nicht mehr in die Halle gegangen, erinnerte Schwermann. Und so hätten sie auch nicht für Umsatz sorgen können. Außerdem laufe den Schützen ab Sonntag die Zeit weg, denn der Königs- und Kindertanz hinke ständig dem Zeitplan hinterher. „Wir haben seit Jahren an den beiden letzten Schützenfesttagen nur Probleme“, fasste es der Oberst zusammen.

Diese sollen mit der neuen Regelung der Vergangenheit angehören, ebenso der bisher alljährlich neu zu stellende Antrag beim Kreis über den Festzugsverlauf. Zukünftig werde der Festzug, erklärte der Vorsitzende Schulte, nach dem Antreten der Kompanien am Jugendheim beginnen. Aufhorchen ließ das von Christoph Bathe, Musiker der Amicitia, vorgebrachte Argument: „Wir sind am Schützenfestsonntag vier Kilometer marschiert – beim Kreisschützenfest in Hüsten am nächsten Wochenende sind es zweieinhalb Kilometer.“

Alljährlich sei der Garbecker Weg eine Belastung für die Musikvereine, die bei jedem Wetter dem König entgegengehen. Die neue Regelung verspreche Erleichterung. „Ich stehe dem nicht im Wege, wenn es den Schützen hilft“, brachte sich der amtierende Schützenkönig Jürgen Grevener ein. Kommendes Jahr soll die neue Vorgehensweise auf ihre Praxistauglichkeit getestet werden. 2018 ist wieder der Musikverein Rhode dabei, sowie die Musiker aus Langenholthausen, Garbeck und Hellefeld.

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