Realschule Balve und ZSO Tworkau feiern zehn Jahre Partnerschaft

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Damian Chudecki und Danuta Janoch (hinten links) haben die Schüler aus Polen nach Balve begleitet, wo sie von den Realschülern um Lehrerin Senta Rimbu (rechts) und Schulleiter Wilhelm Boege (hinten Vierter von links) begrüßt wurden. ▪

BALVE ▪ Realschuldirektor Wilhelm Boege kann sich genau an die Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunde mit der Schule ZSO Tworkau vor zehn Jahren in Polen erinnern: „Ich kam mir vor wie bei einem Staatsempfang. Es wurden die Hymnen gespielt und Flaggen gehisst. Das ging unter die Haut.“ Seit Donnerstag sind neun Schüler und zwei Lehrer aus Tworkau in Balve, um den zehnten Geburtstag der Partnerschaft zu feiern.

Wilhelm Boege erinnerte gestern an die Anfänge der Freundschaft – die geht nämlich auf das Jahr 1998 zurück. Damals leitete Ingrid Eckhardt die Realschule. Danuta Janoch sagte im Namen der polnischen Schulleiterin: „Das sind sehr wertvolle zehn Jahre. Durch die Arbeit haben wir unser Leben bereichert. Wir haben uns kennen gelernt, Lehrer haben die Möglichkeit, Arbeitsmethoden und Erfahrungen zu tauschen, und Schüler haben neue Kontakte geknüpft.“ Zur Erinnerung an die ersten zehn Jahre überreichte Janoch Boege ein Fotobuch.

Sie selbst ist bereits zum sechsten Mal in Balve, hat den Austausch von Anfang an mit betreut. Die Deutschlehrerin unterstreicht: „Wir geben den Kindern die Möglichkeit, die Sprache zu verbessern. Hier können sie sie im Alltag einsetzen und Sprachbarrieren überwinden.“ Ihre Schüler lernen seit dem ersten Schuljahr deutsch, manche seit dem Kindergarten. Entsprechend gut funktioniert in diesen Tagen die Verständigung in Balve. Bei einzelnen Wörtern behelfen sich die Jugendlichen mit Englisch, manche haben zur Sicherheit ein Wörterbuch dabei. „Ab und zu brauchen sie auch Hände und Füße“, berichtet Janoch.

Bei Marcel Mrowiec und seinem Gastgeber Jonas Bussmann (beide 15) ist das nicht erforderlich. „Seit ich vier Jahre alt bin, gucke ich deutsches Fernsehen und meine Oma wohnt in Deutschland“, erzählt Marcel. Die größten Unterschiede sehen die Jungen in der Schule. „Bei uns gibt es sechs Jahre Grundschule und dann für alle das Gymnasium“, berichtet Marcel. „Bei uns ist die Note 1 das beste, in Polen das schlechteste“, ergänzt Jonas.

Große Unterschiede zwischen ihren Ländern – abgesehen von der Sprache – sehen auch Klaudia Seyfroed und Kathrin Kaiser nicht. „Es  gibt mehr Gemeinsamkeiten“, sagt Kathrin. Vor Monaten haben die Mädchen und Jungen damit begonnen, sich kennen zu lernen – auf Anregung von Lehrerin Senta Rimbu, die den Austausch von deutscher Seite betreut. Chat und E-Mails machten es möglich.

Mittwoch geht es für die Gäste wieder in die Heimat. Gestern lernten sie Balve bei einer Stadtrallye kennen. Heute besucht die Gruppe die Zeche Zollverein in Essen, am Abend ein Musical. Der Besuch der Reckenhöhle steht morgen auf dem Programm. Montag besuchen Deutsche und Polen den Landrat. Ein deutsch-polnisches Volleyballspiel steht am Dienstag an. ▪ acn

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