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Radweg durch das Hönnetal: Neuer Anlauf

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Von: Julius Kolossa

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Nicht viel Platz bleibt für einen Radweg entlang der Bundesstraße 515 auf dem Abschnitt zwischen Volkringhausen und Menden-Oberrödinghausen. Mehrere mögliche Trassenverläufe wurden bereits verworfen.
Nicht viel Platz bleibt für einen Radweg entlang der Bundesstraße 515 auf dem Abschnitt zwischen Volkringhausen und Menden-Oberrödinghausen. Mehrere mögliche Trassenverläufe wurden bereits verworfen. © Kolossa, Julius

Gelingt im vierten Anlauf der Bau eines Radwegs auf dem problematischen Abschnitt zwischen Volkringhausen und Oberrödinghausen entlang der Bundesstraße 515? Im Frühjahr will die Stadt Balve einen möglichen neuen Trassenverlauf präsentieren, nachdem in den vergangenen Jahren bereits drei Entwürfe gescheitert sind.

Die Fahrt durch das Hönnetal hat etwas für sich: Besonders entlang der Felsformation Sieben Jungfrauen erschließen sich die Schönheiten dieses Tal dem Betrachter. Dies gilt für den, der im Auto sitzt, oder aber für den, der den Wanderweg unterhalb der Feldhofhöhle nutzt. Für Fahrradfahrer allerdings ist diese Strecke über die Bundesstraße 515 gefährlich.

Die aufgrund der Enge des Tals und den geschützten Naturbereichen auf den Meter in der Breite abgemessene Bundesstraße lässt keinen Spielraum für Ausweichmanöver. Da wird der Straßenraum schnell knapp, wenn Autos und vor allem Lastwagen einen Radler überholen möchte. Um diese Situation zu entschärfen, wird seit mittlerweile mehr als zehn Jahren am Bau eines sogenannten bundesstraßenbegleitenden Radwegs geplant. Nun unternehmen die beteiligten Kommunen einen neuen Anlauf.

Stadt Balve koordiniert die Planungen

„Balve ist bei den Planungen federführend“, sagte Balves Bürgermeister Hubertus Mühling (CDU) im Gespräch mit der Redaktion. „Abgesprochen werden die Planungen mit Hemer und Menden sowie dem Landesbetrieb Straßen.NRW.“ Seit 2020 wird an einem ökologischen Gutachten gearbeitet und es wurden Vermessungen vorgenommen. Denn Ziel bleibt es, auch auf dem besonders engen und etwa fünf Kilometer langen Nadelöhr-Abschnitt zwischen Volkringhausen und Oberrödinghausen einen Radweg zu realisieren. Drei mögliche Trassenführungen wurden bereits vorgestellt, aber jeweils auch wieder verworfen, weil sie nicht den Vorgaben der Oberen und Unteren Naturschutzbehörde sowie der Wasserbehörde entsprachen.

Verschiedene Vorschläge diskutiert

Zuletzt gingen auch Vereine mit eigenen Vorschlägen an die Öffentlichkeit. So machen sich die Eisenbahnfreunde für den Ausbau des vorhandenen Wanderweges stark, der Naturhistorische Verein Hönnetal spricht sich für einen aufgeständerten Radweg oberhalb der Bahntrasse stark, wobei die Tunnel umfahren werden müssen. Über den Status der öffentlichen Diskussion kamen beide Vorschläge aber nicht hinaus.

„Konkret geht es jetzt darum, eine Trasse zu finden, die ingenieurtechnisch mit einem möglichst geringen Eingriff in die Natur verbunden ist“, sagte Bürgermeister Mühling. Dies hatten die Planer bislang auch bislang schon versucht – jeweils vergeblich. Zu einem möglichen Trassenverlauf aufgeständert oberhalb des Flussbetts der Hönne, wollte sich Mühling auf Nachfrage der Redaktion nicht äußern. Denn auch eine solche Alternative wird in Balve immer mal wieder ins Gespräch gebracht, weil sie sich aufgrund der Topografie anbietet. Bei den offiziellen Stellen war diese Variante allerdings noch kein Thema.

Diskussion erst nach Abstimmung mit Behörden

„Es macht erst Sinn, in die Diskussion zu treten, wenn der Trassenverlauf behördlich und mit den Naturschutzorganisationen BUND und NABU abgestimmt ist. Im Frühjahr nächsten Jahres kann damit gerechnet werden“, sagte Hubertus Mühling. An dieser konkreten Lösung werde momentan gearbeitet.

Einen Schritt weiter ist man derweil im Tourismusbüro. Hier laufen bei Anna Schulte die Fäden für die Ausweisung des Hönnetalradwegs von der Quelle in Neuenrade bis zur Mündung in die Ruhr bei Fröndenberg zusammen. Der problematische Abschnitt zwischen Volkringhausen und Oberrödinghausen soll flussfern über die Straße „Am Staute“ bis nach Eisborn umfahren werden. „Die 25 Schilder, die für die Umfahrung vorgesehen sind, werden nach Absprache mit dem Märkischen Kreis aufgestellt“, sagte Schulte. Auch der übrige Verlauf des Hönnetalradwegs soll dann beschildert werden.

In Volkringhausen wird Warnschild aufgestellt

„Vor Volkringhausen wird zudem ein Schild mit einem Warnhinweis vor der Befahrung des Hönnetals mit dem Fahrrad aufgestellt – ein Layout wird zurzeit entworfen“, so Anna Schulte. Auf diesem Hinweisschild werde auf Alternativen hingewiesen: eben die Umfahrung über Eisborn, eine noch weiträumigere Umleitung über Hemer, oder aber der Umstieg auf die Hönnetalbahn.

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