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„Quartier an der Hönne“: So kommt das Großprojekt voran

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Von: Julius Kolossa

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So soll das künftige „Quartier an der Hönne“ nach dem Entwurf des Architekturbüros Loth Planung + Stadtentwicklung aussehen. Die Hauptschule wird abgerissen, auf der Fläche unter anderem ein Kindergarten sowie ein Kultur- und Bürgerzentrum realisiert.
So soll das künftige „Quartier an der Hönne“ nach dem Entwurf des Architekturbüros Loth Planung + Stadtentwicklung aussehen. Die Hauptschule wird abgerissen, auf der Fläche unter anderem ein Kindergarten sowie ein Kultur- und Bürgerzentrum realisiert. © Loth Planung + Stadtentwicklung

Erst im Sommer verlassen die letzten Schüler die auslaufende Hauptschule am Krumpaul. Die Planungen, wie aus diesem Areal nach dem Abriss des Gebäudekomplexes das „Quartier an der Hönne“ werden soll, laufen aber längst.

Von der Politik ist mit der Konzeption das Architekturbüro Loth Planung + Stadtentwicklung aus Siegen beauftragt worden, das in einem ersten Entwurf mit einem so genannten Bildungscampus überzeugte. Entstehen soll ein Bürgerhaus mit Bühne, zweigeschossigem Saal, Mensa und Foyer sowie im oberen Bereich Räumen für die Volkshochschule (VHS). Zudem ist der Bau einer Kindertagesstätte vorgesehen.

Doch das Büro kann mit konkreten Planungen erst tätig werden, wenn der Arbeitskreis „Quartier an der Hönne“ seine Hausaufgaben gemacht und den Planern alles an Wünschen vorgelegt hat, was am Krumpaul neu entstehen soll. „Die neue Kindertagesstätte hat Priorität“, betont der Arbeitskreisvorsitzende Matthias Streiter. Die Kita soll als zusätzliche Einrichtung im Stadtgebiet die bereits vorhandenen Kitas in freier, kirchlicher und städtischer Hand ergänzen. „Der Bedarf ist da“, behauptet Streiter, der sich im künftigen Quartier sogar einen Betriebskindergarten für die heimischen Betriebe vorstellen kann. „Zurzeit läuft eine Meinungsabfrage.“

Arbeitskreis: SPD und UWG außen vor

Der von der Stadt beauftragte und durch Matthias Streiter vor rund eineinhalb Jahren gegründete Arbeitskreis besteht ausschließlich aus Mitgliedern der CDU. „Die SPD-Fraktion ist an diesen Vorplanungen nicht beteiligt, sondern wird nur informiert, wenn die CDU aufgrund ihrer absoluten Mehrheit bereit ist, die Öffentlichkeit zu informieren“, sagt SPD-Fraktionsvorsitzende Cay Schmidt auf Anfrage. Eine Beteiligung aller Fraktion in einem Gremium sei nicht gewollt, so dass die Verwaltung den von der CDU vorgeschlagenen Arbeitskreis beauftragt habe, sich der Planungen in Absprache mit dem Büro anzunehmen. Dies bestätigt auch der UWG-Fraktionsvorsitzende Lorenz Schnadt: „Eine Entwurfsplanung liegt uns nicht vor. Die liegt in der Hand der CDU.“

Streiter hat viel abzuarbeiten mit seinem Arbeitskreis. Es gilt dabei auch, den vom Planungsbüro Loth vorgeschlagenen Bildungscampus mit in die Überlegungen einzubeziehen. „Wir fragen bei den kulturtragenden Vereinen nach, wie sie sich eine Nutzung unter anderem für Proben oder Veranstaltungen hier vorstellen können“, so Streiter. Dabei ist dem Vorsitzenden wichtig: „Dieser Bildungscampus – oder auch das Kulturzentrum – soll keine Konkurrenz für Schützenhalle oder Vereinsheime sein.“

Aula der Realschule soll entlastet werden

Dieses Zentrum solle ganzjährig nutzbar sein, und damit die Realschulaula entlasten. Diese könnte dann ausschließlich für schuleigene Veranstaltungen zur Verfügung stehen.

„Mit unseren Planungen gehen wir jetzt in die Feinabstimmungen. Nachdem wir wissen, wie groß der Kindergarten und das Kulturzentrum werden sollen, können die Planungen konkretisiert werden“, sagt Streiter. Hier arbeitet das Planungsbüro Loth dann mit dem Architekten Prof. Peter Karle aus Darmstadt zusammen.

Kostenrahmen: Maximal zehn Millionen Euro

Zum Kostenrahmen sage Matthias Streiter: „Hier wird weder eine Elbphilharmonie, noch Stuttgart 21 entstehen. Wir gehen von Kosten von zehn Millionen Euro aus.“ Diese würden je nach Förderzusagen zu 60 bis 80 Prozent von Land und Bund getragen. Um diese Förderung so schnell wie möglich zu erhalten, soll spätestens in der Ratssitzung am 28. September über das vom Arbeitskreis mit Planungsbüro und Architekt abgestimmte Konzept beraten werden. Wird diesem zugestimmt, solle ein Förderantrag bei der Bezirksregierung Arnsberg eingereicht werden. „Liegt uns die Förderzusage vor, soll eventuell schon im Frühjahr 2023 mit dem Abbruch der Hauptschule begonnen werden“, skizzierte Streiter den Zeitplan. Das Test- und Impfzentrum ist damit von den Planungen vorerst nicht betroffen „Diese Einrichtung ist für uns notwendig“, sagt Streiter mit Blick auf die aktuelle Corona-Lage.

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