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Pseudonym in Garbeck enttarnt: Martin Rapp schreibt Krimis

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Von: Julius Kolossa

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Aus seinem Buch „Mordsgeschäfte, ein Sauerlandkrimi“ las der gebürtige Garbecker Martin Rapp am Freitagabend im Jugendheim in Garbeck.
Aus seinem Buch „Mordsgeschäfte, ein Sauerlandkrimi“ las der gebürtige Garbecker Martin Rapp am Freitagabend im Jugendheim in Garbeck. © Kolossa, Julius

Die besten Geschichten, ob Krimi oder Komödie, schreibt das Leben. Martin Rapp hat sich für einen Krimi entschieden: „Mordsgeschäfte, ein Sauerlandkrimi“.

Der gebürtige Garbecker schreibt unter dem Pseudonym Martin Sudermann in Köln. Hier lebt der 67-Jährige, der als Journalist unter anderem am Institut „Arbeit und Leben NRW“ tätig war. Seine Heimat im Sauerland besucht er ab und zu, wie er im Gespräch mit der Redaktion erzählt.

Dabei gab es bei einem Besuch vor 15 Jahren den Anstoß für sein erstes Buch. „Ich habe gehört, dass gegen Ende des Zweiten Weltkrieges am Garbecker Bahndamm einige Zwangsarbeiter erschossen wurden, die eine Bäuerin aus Leveringhausen umgebracht haben sollen“, erläutert Rapp den zeitgeschichtlichen Hintergrund für seine Recherchen. Rapp: „Es wurden Zwangsarbeiter aus Russland, der Ukraine und auch Polen hier im Sauerland als Arbeitskräfte in den Betrieben eingesetzt. Auch in der Firma meines Großvaters war dies so.

In Archiven recherchiert

Martin Rapp machte sich daran, diesen Geschichten auf den Grund zu gehen, um einen fundierten Hintergrund für sein Buch zu erhalten. „Ich habe in Archiven recherchiert, alte Polizeiakten durchgeschaut und bin in die Ukraine gefahren, wo ich mit einem überlebenden ehemaligen Zwangsarbeiter gesprochen habe, der in unserem damaligen Familienbetrieb gearbeitet hat.“

Material hatte er am Ende genug, als er mit dem Schreiben begann. „Meine Geschichte spielt in Garbeck, das ich Grüneck genannt habe.“ Sämtliche in dem Buch erwähnten Personen seien erfunden. „Ich habe mich nicht für einen zeitgeschichtlichen Roman, sondern vielmehr für einen Krimi entschieden. Als ich mein Buch 2012 herausbrachte, waren Krimis gerade ein populäres Format.“

Mysteriöser Todesfall in Grüneck

Sein Werk umfasst 240 Seiten. Es handelt von einem Journalisten, der von einem mysteriösen Todesfall in Grüneck erfährt, zu recherchieren beginnt und dabei in der Vergangenheit wühlt. Auszüge aus seinem Krimi las Rapp am Freitagabend im Garbecker Jugendheim auf Einladung des Teams der Katholischen öffentlichen Bücherei vor. Das Interesse war groß: mehr als 50 Personen nahmen an der Lesung teil.

Martin Rapp wechselte sich bei den Lesepassagen mit Mercedes Pascual Iglesias, Journalistin aus Köln, ab und führte mit ihr auch ein Gespräch. So wurde es ein sehr unterhaltsamer Abend. Für Martin Rapp war es die erste Lesung in seinem Heimatdorf. Hier wurde auch das Geheimnis um sein Pseudonym gelüftet. Er schmunzelt, als er die Geschichte erzählt: „Beim 60. Klassentreffen unserer Einschulungsklasse in der Grundschule im April ist man mir auf die Schliche gekommen: Der Sudermann ist unser Rapp, hieß es da.“

Weiteres Buch in Arbeit

Von Martin Rapp gibt es seit 2013 mit „XXX“ auch einen Atomkraft-Krimi, in dem es um Todesfälle in der Anti-Atomkraft-Bewegung geht. Demnächst wird Rapp unter seinem Pseudonym ein weiteres Buch herausbringen. „Es wird ein aktuelles Thema“, wollte er aber noch nicht mehr verraten.

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