Ein Projekt für mehr Empathie und gegen Rassismus

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„Was bedeutet Heimat für mich?“ – Im Rahmen des Projekts sollen die Teilnehmer im Alter von 16 bis 30 Jahren mehr Empathie entwickeln. Ein Projekt gegen Rassismus, bei dem die Teilnehmer selbst die Ergebnisse steuern.

Langenholthausen - „Was wäre, wenn Deutsche nach Ägypten fliehen müssten?“, fragte sich Maria Schäfer-Hahne. Die Lehrerin für Katholische Religion an der Hauptschule Balve nahm dieses Gedanken-Experiment mit in die 10. Klasse und stellte dort das dazu passende Buch „Krieg – Stell Dir vor, er wäre hier“ vor.

Die Autorin Janne Teller stellt am Beispiel einer Familie dar, was passieren könnte, wenn das demokratische System in Deutschland zusammen gebrochen wäre. Auf 52 Seiten hat die Autorin die Handlung beschrieben, inzwischen ist das Buch fünf Mal neu aufgelegt worden. 

Für die Langenholthausenerin Maria Schäfer-Hahne war dieser „Krieg“ ein tagesaktueller Anlass, die Flüchtlingsperspektive einzunehmen, berichtete sie unserer Zeitung. Dazu wurden Kontakte zu Balver Hauptschülern, Gymnasiasten aus Sundern und Berufskollegschülern aus Iserlohn geknüpft „und auch zehn Flüchtlinge aus dem Irak, Iran, Syrien, Albanien und Afghanistan machen mit.“ 

Insgesamt sind es 20 Teilnehmer im Alter von 16 bis 30 Jahren, die eingebunden sind in das von der Pädagogin ins Leben gerufene „Projekt für Empathie gegen Rassismus“. Ergebnisse sollen im Rahmen der „JungenKirche“ am 17. März in der Langenholthausener Kirche als Lesung, Theaterstück und auch mit Musik dargestellt werden. Dafür trifft sich eine Band, in der Gitarre, Geige, Klavier, Cello, E-Bass und Percussion gespielt werden. 

In eine Welt der Gefühle eindringen 

Spannend war im Oktober das erste Treffen, bei dem der Text gelesen und übersetzt werden musste. Die Teilnehmer seien tief in die Materie der Gefühlswelt eingedrungen, als beispielsweise die Bedeutung von „sich rächen“ erklärt wurde, berichtete die Pädagogin. 

Sie ist auch am Donnerstag bei der letzten Kompaktprobe dieses Jahres mit dabei. Dort greift vieles ineinander: Freya Müller und Lisa Reese leiten die Theatergruppe, Ghaiss Aldabbag und Anna Hahne die Musiker, Robert Hahne bereitet sich darauf vor, den Text vorzulesen. 

„Alle trauen sich, mitzumachen. Alle sind voll engagiert“, erzählte Maria Schäfer-Hahne, die sich überwiegend im Hintergrund hält und, nach einer Kennenlern-Phase, die Projektteilnehmer selbst agieren lässt. „Alle Religionen werden akzeptiert – und es war auch für Moslems kein Thema, in der Kirche zu spielen.“ 

Projekt entwickelt sich derzeit noch 

Wie und was am Tag der Premiere zu sehen sein wird, ist auch für die Pädagogin noch nicht ganz klar. „Der Weg zum Ziel ist eigentlich das Schöne daran“, sagte sie und denkt darüber nach, wie sich das Projekt in den verbleibenden drei Monaten weiterentwickeln wird. 

In einer Kleingruppe wird überlegt, wie „Langeweile im Camp“ szenisch dargestellt werden kann, die Musiker wollen „Einsamkeit“ und „Angst“ in Töne umzusetzen. Es wird konzentriert gearbeitet. Noch gibt es keine Idee, wie es nach der „JungenKirche“ weiter gehen soll. 

Weitere Aufführungen sind zur Zeit nicht in Planung – dabei seien bisher eigentlich schon bedeutungsvollere Ziele erreicht worden, stellt Schäfer-Hahne dar: „Berührungsängste sind abgebaut, Freundschaften und Bekanntschaften aufgebaut worden.“

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