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Projekt 46sieben: Weiterer Protest gegen den Lückenschluss

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Von: Julius Kolossa

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Viele Bürger waren zum ersten öffentlichen Termin der neu gegründeten Bürgerinitiative Holzen/Oelinghauser Heide gekommen. Zu diesen gehörte auch Günther Reichle (rechts) von der Initiative GigA46/B7, der den „Lückenschluss“ der Protestbewegung begrüßte.
Viele Bürger waren zum ersten öffentlichen Termin der neu gegründeten Bürgerinitiative Holzen/Oelinghauser Heide gekommen. Zu diesen gehörte auch Günther Reichle (rechts) von der Initiative GigA46/B7, der den „Lückenschluss“ der Protestbewegung begrüßte. © Kolossa, Julius

Es gibt weiteren Protest gegen das Projekt 46sieben (Lückenschluss der Autobahn 46 zwischen Hemer und Menden und Weiterbau der Bundesstraße 7 bis Neheim).

Neben der „Gruppeninitiative gegen den Bau der A 46 und für eine Region ohne Autobahn“ (GigA 46/B7) aus Menden hat sich mit der Bürgerinitiative Holzen/Oelinghauser Heide jetzt eine weitere Protestbewegung gegründet.

Seit mehr als 50 Jahren wird der Weiterbau der Autobahn 46 ab Hemer bis Menden und darüber hinaus als Bundesstraße mit Anschluss an die Autobahn in Neheim geplant und diskutiert. Herausgekommen ist bisher nichts weiter als immer wieder neue mögliche Trassen, die aber auch immer wieder verworfen wurden. In diesem Jahr sollen die Planungen jedoch konkreter werden. Nachdem im Dezember an das Kölner Unternehmen Bung Ingenieure der Auftrag für die Straßenplanung in der Linienfindung vergeben wurde, soll bereits am nächsten Wochenende das Dialogforum im Rahmen einer Planungswerkstatt erste Vorschläge für mögliche Trassenführungen erarbeiten. Im Dialogforum treffen sich Vertreter von Straßen.NRW und der Autobahn GmbH mit Offiziellen und Bürgern aus den von den Planungen betroffenen Kommunen Balve, Hemer, Iserlohn, Menden, Wickede, Ense, Arnsberg und Fröndenberg. Künftig werden auch die Bung-Ingenieure dabei sein.

Eisborn besonders betroffen

Auf Balver Stadtgebiet besonders vom Weiterbau betroffen sein könnte Eisborn, denn eine mögliche Trasse verläuft in unmittelbarer Nähe zur Ortsgrenze. Wird dieser Verlauf realisiert, würde die Bundesstraße von Menden bis nach Asbeck und damit entlang der Eisborner Dorfgrenze verlaufen. Die weitere Tassenführung würde die Arnsberger Ortsteile Retringen, Oelinghauser Heide, Dreisborn, Stiepel und Habbel mit einschließen.

Planung hinter verschlossenen Türen

Bei der Planungswerkstatt von Straßen.NRW und der Autobahn GmbH zum Projekt 46sieben am Samstag, sollen Kommunen, Verbände und Bürger ihre ersten Ideen und Vorschläge für Korridore vorstellen können, in denen mögliche Trassenverläufe der A46/B7 liegen könnten. Wie Michael Schmitz von Straßen.NRW auf Nachfrage mitteilte, handelt es sich um eine nicht-öffentliche Veranstaltung. Das Projekt befinde sich in einer noch frühen Phase. „Deshalb liegen keine fertigen Trassen- oder Linienvorschläge vor“, sagte Schmitz. Mit der Initiierung des Projekts 46sieben im Jahr 2018 seien alle vorher getätigten Überlegungen hinfällig.

Zumindest unter den Gegnern des Projekts hat es jetzt schon mal einen Lückenschluss gegeben: Die neu gegründete Bürgerinitiative Holzen/Oelinghauser Heide stellte sich der Öffentlichkeit vor. Gleich zum ersten Termin waren rund 80 Interessierte gekommen. Die Mitglieder verfolgen wenig überraschend dieselben Ziele wie die Initiative GigA46/B7. „Stoppt den Weiterbau der A 46 und den Ausbau der Bundesstraße 7“, forderte Marie Tigges, Anwohnerin und Sprecherin. Sie hatte dabei Mitglieder der GigA 46/ B7 an ihrer Seite, für die Günther Reichle aus Menden das Wort ergriff: „Wir begrüßen diese Neugründung im Hochsauerlandkreis. Unser gemeinsames Ziel muss es sein, die unvorstellbare Zerstörung der Kultur in unserer Landschaft zu verhindern, und dass wir als Bürgerinitiativen zusammenhalten, uns nicht von der Politik und den weiteren Protagonisten gegeneinander ausspielen lassen.“

Protestumzug am Samstag

Reichle ist in Balve bekannt als ADFC-Mitglied und einer der Ausrichter der Fahrraddemos durch das Hönnetal von Balve nach Menden. Als Gegner des Autobahn- und Bundesstraßenausbaus erklärte er: „Wir brauchen keine weiteren Autobahnen mehr – Autobahn war letztes Jahrtausend. Der Straßenverkehr ändert sich, wir brauchen neue Konzepte.“ Reichle wies in diesem Zusammenhang auf die von Straßen.NRW und der Autobahn GmbH vorgesehene Planungswerkstatt am Samstag, 2. April, auf der Wilhelmshöhe in Menden hin. „Bei dieser frühen Bürgerbeteiligung sollen mögliche Trassenführungen ausgewählt werden. Unser Beitrag dazu ist um 11 Uhr ein Umzug vom Mendener Rathausplatz bis zur Wilhelmshöhe, wozu wir hoffentlich viele Teilnehmer begrüßen dürfen, die sich unserem Protest anschließen.“

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