Autorennen auf dem Schulhof

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Michael Bathe, der allgemeine Vertreter des Bürgermeisters, führte die Ausschussmitglieder durch das Gebäude und über das Schulgelände.

Balve – „Wir haben Angst um unseren Schulhof“, fasste Nina Fröhling, Schulleiterin der Realschule, im Ausschuss für Schule, Kultur, Soziales und Sport ihre Befürchtungen zusammen

Denn nachmittags und an den Wochenenden würden ältere Jugendliche dort Mofa und Auto fahren. Auch Alkohol werde auf dem Schulhof getrunken. „Scherben und Kippen zusammenfegen und Flaschen wegräumen“, gehöre für die Lehrer – besonders montags – vor Schulbeginn mittlerweile zum Tagesablauf. „Die steigenden Besucherzahlen auf dem Schulhof und der damit einhergehende Vandalismus machen uns Sorgen.“ 

Dies bestätigte Michael Bathe, allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters, der erst vor wenigen Tagen auf dem Schulhof ein Gespräch mit Jugendlichen geführt hatte, und außerdem von einem Wachdienst über Ereignisse auf dem Gelände des Schulzentrums am Krumpaul informiert werde. 

Um regelrechte Autorennen zu verhindern, soll als erste Maßnahme ein Poller im Zugangsbereich aufgestellt werden, aber auch eine Schranke oder Videoüberwachungen könnten weitere Folgen sein. Entsprechende Vorschläge will die Verwaltung den Fraktionen für die anstehenden Klausurtagungen unterbreiten. 

Die Probleme vielleicht über das Konzept der „aufsuchenden Jugendarbeit“ zu lösen sei aktuell nicht möglich. Im März 2018 wurde beschlossen, mit Jugendlichen an deren beliebten Treffpunkten in Kontakt zu treten. Doch der mit der Ansprache beauftragte Student stehe zeitlich nur eingeschränkt zur Verfügung, zudem fehle der Verwaltung ein Jahrespraktikant, hieß es. 

Lösungen müssen dringend gesucht werden, da waren sich alle Ausschussmitglieder einig. Cay Schmidt (SPD) wies darauf hin, dass ein Verdrängungseffekt auf Dauer nur zur einer Verlagerung des Problems führen würde: „Wir stehen aber unter Zeitdruck.“ 

In den Realschule-Komplex wurden in diesem Jahr bereits mehr als 500 000 Euro investiert. Was mit dem Geld gemacht wurde, erfuhren die Ausschuss-Mitglieder vor ihrer Sitzung bei einer Führung mit Michael Bathe und Nina Fröhling durch das Schulgebäude und über das -gelände. 224000 Euro flossen in den Umbau des Schulhofs. 110000 Euro kostete die Sanierung des Dachs und der Fenster in der ehemaligen Hausmeisterwohnung und dem jetzigen Büro der Schulsozialarbeiterin. 60000 Euro teurer als veranschlagt werde die neue Schulküche. Unter anderem die umfangreichen Elektroarbeiten überstiegen das mit 80000  Euro veranschlagte Budget. 50000 Euro kostete es, die 50 PCs und den Server für den Medienraum neu anzuschaffen. Dieses Geld kam aus dem NRW-Fonds „Medien für Schulen“.

15000 Euro wurden für vier Notausgänge ausgegeben, 14000 Euro für zwei neue Schwungtore in der Turnhalle. Und weitere 15000 Euro werden in den Herbstferien ausgegeben für eine Umgestaltung des Eingangs zum Verwaltungstrakt mit digitaler Info-Tafel. „Das Geld ist sehr gut investiert“, lobte der Ausschussvorsitzende Johannes Schulte (CDU). All dies komme den 411 Schülern zugute. 

Michael Bahte betonte in diesem Zusammenhang, dass auch die Hauptschule mit ihren noch 62 Schülern in drei Klassen bei den Renovierungsarbeiten nicht vergessen werde – obwohl die Schule in drei Jahren auslaufen sollen. Nina Fröhling erinnerte aber daran, dass die Neugestaltung der Chemie-, Biologie- und Physikräume in naher Zukunft kein Luxus, sondern dringend erforderlich sei. „Diese Räume sind nicht mehr vorzeigbar – beim Tag der offenen Tür lassen wir da keinen mehr rein“, wies sie auf den schlechten Zustand der mehr als 30 Jahre alten Unterrichtsräume hin. Sowohl Technik, Sicherheit, als auch Ausstattung seien veraltet: „Im Wettbewerb mit anderen Schulen sehen wir im Vergleich ganz alt aus.“ 

Ein Problem könnte sich in diesem Zusammenhang angesichts der sinkenden Schülerzahlen in den kommenden Jahren im Jahrgang vier der Grundschulen in Balve ergeben. 2020 rechnet die Stadt mit 89 Viertklässlern, 2021 und 2022 jeweils mit 79 Schülern, die auf eine der weiterführenden Schulen in der Region wechseln. Ihr sei bewusst, dass die Neugestaltung der Fachräume mit hohen Kosten verbunden sei, sagte die Schulleiterin und erklärte: „Es ist aber die richtige Investition“. Zurzeit könnten naturwissenschaftliche Fächer nicht mehr nach dem aktuellen Stand unterrichtet werden.

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