Krieg bei der Jungen Kirche Balve

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20 Darsteller spielten, sangen und tanzten – darunter auch Flüchtlinge, die in Balve leben.

Balve - Die Stimme des Erzählers erinnert daran, wie sich die Demokratie in Deutschland einst auflöste und ein totalitäres Regime die Macht übernahm. Auf der Leinwand flimmern Szenen beider Weltkriege – aber auch aktuelle Bilder aus Syrien. 14 Minuten dauert der Film, in dessen Mittelpunkt eine Familie steht, die sich auf die Flucht nach Ägypten macht.

So wird der Abend der Jungen Kirche in der St.-Johannes-Kirche eingeleitet. Als das Licht wieder angeht, nimmt die Handlung ihren Lauf – 20 Darsteller – darunter Flüchtlinge aus Afghanistan, Syrien, Albanien, Irak und Iran – spielen, tanzen und singen: „Krieg – stell’ Dir vor, er wäre hier“.

Die projekteigene Band spielt dazu Gitarre, Keyboard und Schlagzeug. Besonders die von Gretha Hahne gespielte Geige prägt sich ein. Sechs Monate haben die Jugendlichen unter der Regie von Freya Müller für diesen Abend geprobt.

Die Idee dazu hatte Religionslehrerin Maria Schäfer-Hahne. „Das 2004 von Janne Teller geschriebene Buch ‘Krieg – stell’ Dir vor, er wäre hier’ ist aktueller denn je“, sagt sie in der voll besetzten Kirche.

Ergänzend zur Spielhandlung berichten die mitspielenden Flüchtlinge von ihren eigenen Erfahrungen. Von „unerwünschten Fremden“ ist in dem Stück die Rede, die nicht heimisch werden können an ihrem neuen Zuhause. „Jemand kam, und stahl Dein Leben“, wird dazu im weiteren Verlauf gesagt.

Zum Schluss wird dann aber Gemeinsamkeit beschworen, zur Melodie des Orphan-Stücks: „Let the Truth be now“. In Arabisch und Deutsch wird dazu gesungen: „Egal, woher Du kommst, oder wohin Du gehst, wir gehen zusammen.“

Die Zuschauer müssen ein ums andere Mal bei der Aufführung schlucken. Es ist schwere Kost, die ihnen geboten wird. Der von Elke Luig zu Beginn angesprochene Wunsch nach „viel innerlicher Begegnung“ scheint in Erfüllung zu gehen. Das Publikum tauscht sich noch lange nach dem Ende der Premiere aus.

Eine weitere Aufführung des Theaterstückes findet am 8. April ab 19 Uhr in der Aula der Realschule statt. Gezeigt wird „Krieg – stell’ Dir vor, er wäre hier“ auch auf Wunsch in den Schulen.

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