Praktikum für den guten Zweck

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Von links: Johannes Wortmann, Steven Otto, Nico König und Christopher Wortmann mit den Schneidebrettern.

Garbeck - Statt mit Geld für die Klassenkasse wurden Steven Otto und Nico König für ihre guten Leistungen während ihres Schulpraktikums bei Wortmann Treppen in Garbeck mit etwas viel Hochwertigerem belohnt: Schneidebretter im Schachbrettmuster aus Ahorn und Nussbaum oder Esche und Ahorn durften sie herstellen, die nun zugunsten des Projekts ihrer Balver Realschule für Afrika verkauft werden.

Christopher Wortmann, angehender Schreiner-Meister und Sohn des Inhabers Johannes Wortmann, hat die beiden Schüler betreut und sagte dazu: „Sie sind sehr interessiert und sehr verantwortungsbewusst.“ Und dafür durften sie zum größten Teil eigenverantwortlich die Schneidebretter herstellen. Mit Christopher Wortmann entwarfen sie ein Muster; in Handarbeit sägten, schleiften und verleimten sie. Mit einem natürlichen Öl wurden die Oberflächen der Bretter versiegelt. 16 Stunden Arbeit haben die Jugendlichen in die 15 Schneidebretter investiert: „Die Stückzahl ist limitiert“, sagte dazu Christopher Wortmann. Sowohl in der Realschule, als auch bei Wortmann Treppen können diese hochwertigen Küchenprodukte gekauft werden – und die haben ihren Preis. Johannes Wortmann kennt diesen: „Laut Liste kostet ein Brett 100 Euro.“ Verkauft werden sie jedoch für 40 Euro. „Es kann auch gerne mehr gezahlt werden“, fordert Wortmann zu Spenden auf. Das Geld ist jeweils zur Hälfte für das Afrika-Projekt und die Klassenkasse bestimmt.

Johannes Wortmann stellt seinen Betrieb für die vielen Veranstaltungen der Schulen gerne zur Verfügung, nur am Girls- und Boys-Day 2017 nimmt er nicht teil. Zu aufwändig seien die von der Berufsgenossenschaft vorgegebenen Sicherheitsunterweisungen, die vorsehen, auch die Eltern zu unterrichten: „Und diesen Aufwand können wir nicht leisten.“ Der Inhaber des Meisterbetriebs im Garbecker Gewerbegebiet blickt mit Sorge in die Zukunft des handwerklichen Gewerbes, denn auf Dauer gebe es zu wenig ausbildungsbereite Jugendliche, dafür aber immer mehr Abiturienten. „Es wird zu wenig über die Weiterbildungsmöglichkeiten informiert“, ist für ihn der wesentliche Grund für diese Entwicklung.

Steven Otto und Nico König bekamen schon Informationen an die Hand, was ihnen denn nach der Gesellenprüfung alles noch offen steht. So der Meister, mit dem sie auch ohne Abitur studieren und Ingenieur, Innenarchitekt oder auch Holzwirt werden können. Es besteht aber auch die Möglichkeit, einen Meister oder Bachelor zu machen sowie Fortbildungen für Computersysteme, oder aber Fertigungsplaner, Fachbauleiter, Betriebswirt oder Techniker zu werden.

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