Lorenz Schnadt: Mit Polizeiuniform im BVB-Block

Als Leiter der Polizeiinspektion Dortmund 1 wird der Garbecker Lorenz Schnadt heute im Wembley-Stadion weilen.

LONDON/BALVE -  Zwischen dem „Operation Home“ im Londoner Stadtteil Kennington und Wembley-Stadion wird sich der Garbecker Lorenz Schnadt am Samstag bewegen: Als Leiter der Polizeiinspektion 1 von Dortmund kommt Schnadt als deutscher Sicherheitsexperte im Rahmen des Champions-League-Finales zum Einsatz.

Von Nico Schwarze

Wenn das „Jahrhundertfinale“ um 20.45 Uhr angepfiffen wird, sitzt Schnadt in seiner blauen Polizeiuniform mitten im schwarzgelben Block in der Ostkurve.

Seit Donnerstag befindet sich der Sauerländer bereits in der englischen Hauptstadt und hat verschärfte Sicherheitsvorkehrungen aufgrund des Terroranschlages beobachtet: „Es herrscht deutlich mehr Polizeipräsenz. Das Headquarter von Scotland Yard weiß, dass das Auge der Weltöffentlichkeit auf London gerichtet ist.“ Schnadt berichtet von einem permanenten Austausch der Sicherheitsbehörden. Für ihn startet der heutige Finaltag mit dem „UEFA-Meeting“ um 10.30 Uhr. Dort gibt es wichtige Instruktionen und Informationen: „Zu diesem Zeitpunkt wissen wir genau, welche Busse und Flugzeuge mit welchen Fans nach London gekommen sind“, berichtet Schnadt von einem umfangreichen Datenaustausch. Die Möglichkeit, dass als gefährlich einzustufende Fans die Insel erreichen, schätzt er deshalb als eher gering ein. Noch gestern Abend fand eine ausführliche Kontrollmaßnahme der Bundespolizei auf der A40 statt. Zudem ist auch die „County Police von Kent“, die den Bereich rund um die Küstenstadt Dover überwacht, in erhöhte Bereitschaft versetzt. Die Einsatzleitung im „Operation Home“ wird durch Vernetzung jederzeit über aktuelle Entwicklungen zum Reiseaufkommen informiert sein.

Aus Dortmunder Sicht erwartet Schnadt neben den rund 30 000 Ticketinhabern bis zu 5000 Fans, die ohne Karte nach London kommen – noch vor rund einem Monat musste von einer fünfmal so hohen Anzahl ausgegangen werden. „Durch die vier Public Viewings, die in Dortmund am Friedensplatz, Reinoldikirche, Hansaplatz und an den Westfalenhallen stattfinden, hat sich der mögliche Andrang etwas entzerrt“, erläutert Schnadt, der mit sechs szenenkundigen Beamten aus der Ruhrstadt seine „Pappenheimer in Schwarzgelb“ bei der Anreise genau im Blick haben wird. Rund um Wembley ist durch das Closed Circuit Television (CCTV) jeder Meter videoüberwacht – die entsprechenden Bilder können die Sicherheitsexperten in der Hauptzentrale der Einsatzleitung auf Großleinwänden verfolgen. Wenn der Strom von den in London stattfindenden Fanfesten sich Richtung Stadion aufmacht, wird auch der Garbecker seinen Standort wechseln. Die Perspektive für die Sicherheit bedeutet für ihn während des Finales aber nicht ein Blick auf den Rasen, sondern auf die um ihn herum befindliche BVB-Fanszene. „Sie werden an mir keinen schwarzgelben Fitzel entdecken, aber bei einem Treffer für Dortmund würde ich schon etwas jubeln“, macht Schnadt aus seiner Sympathie keinen Hehl und tippt auf einen 2:1-Sieg für den BVB. Die Uniform und den kleinen UEFA-Sticker am Revers kann er am Sonntag ablegen – am Nachmittag will er in Dortmund sein: als jubelnder Fan in Zivil.

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