Polizei kontrolliert Sperrung der B229

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Am Dienstagmorgen haben die Polizeibeamten in Sanssouci auch diesen Lastwagen aus Dänemark angehalten.

Balve - Langsam steuert der Fahrer den Lastwagen mit dänischem Kennzeichen um die Kurve der Brücke in Sanssouci in Richtung Beckum – und direkt auf die kontrollierenden Polizisten zu. Jetzt wird es für den Dänen teuer: Zum Bußgeld in Höhe von 150 Euro kommen noch 30 Euro Sicherheitsleistung.

Mehrere Lastwagenfahrer haben die Polizeibeamten am Dienstagmorgen belehrt – und ihnen deutlich erklärt, dass das Befahren der Brücke mit Fahrzeugen mit einem Gewicht von mehr als 7,5 Tonnen verboten ist. Das wird ab Langenholthausen insgesamt vier Mal auf großformatigen Hinweisschildern angekündigt. Dennoch hatten die Ordnungshüter gestern einiges zu tun: Während der dreieinhalbstündigen Kontrolle erwischten die Polizisten acht Lastwagenfahrer. Zusätzlich gab es jeweils eine Anzeige wegen des Verstoßes gegen Ladungs- und Sozialvorschriften.

„Eigentlich beträgt das Bußgeld 75 Euro. Weil aber vorher mit großer Beschilderung auf das Verbot hingewiesen wird, haben wir gemeinsam mit dem Märkischen Kreis beschlossen, von Vorsatz auszugehen. Das kostet 150 Euro und gibt einen Punkt,“ erklärt Polizeihauptkommissar Dieter Bruder, der Leiter des Verkehrsdienstes der Kreispolizeibehörde. Freie Fahrt hätten die Fahrer schwerer Lastwagen nur mit einer Sondergenehmigung. Dies betreffe geschätzte 100 Betriebe.

Nicht mehr gezählt würden die Lastwagen, die von Volkringhausen oder Beckum kommend über Sundern umgeleitet werden müssten. Und hierbei stoßen die Polizisten besonders bei den Autofahrern auf Kritik, denn deren Zeitplan käme durch die Lkw-Kontrollen und das Rangieren der schweren Lastzüge auf der dann abgesperrten Straße durcheinander. „Das ist nicht sehr angenehm“, stellt Dieter Bruder fest. Denn den Kritikern sei nicht bewusst, wie wichtig die Brücke sei. Die Schäden seien tatsächlich so dramatisch, dass nur durch die Sperrung und Kontrollen die Infrastruktur in Sanssouci aufrecht erhalten werden könne.

Die Zeit nach dem Orkan Kyrill, in der der Schwerlastverkehr weiter zunahm, habe Spuren hinterlassen. „Bauwerke merken sich Beanspruchungen“, sagt Dieter Bruder. Einen genauen Blick darauf hat Roland Raberg, Bauwerks-Prüfingenieur bei Straßen.NRW. Die Standsicherheit der Brücke sei nicht mehr gewährleistet: „An den Bögen sind Risse bis zu drei Millimeter breit.“ Die gestern ermittelten Messergebnisse würden nun in den nächsten Wochen überprüft. Noch in diesem Jahr soll die Brücke mit Stahlträgern unterstützt werden, damit sie wieder von Lkw mit bis zu 44 Tonnen Gewicht genutzt werden kann.

Doch aktuell sieht es ganz anders aus. „Je weniger kontrolliert wird, desto eher kann die Brücke nicht mehr befahren werden“, rechnete Dieter Bruder vor. Irgendwann müsse dann eine Ampel eingesetzt werden. „Die bringt aber noch viel größere Probleme für alle Verkehrsteilnehmer mit sich,“ betont der Polizeihauptkommissar. Deshalb werde in dieser Woche täglich morgens und nachmittags kontrolliert. Auch in der nächsten Woche seien die Beamten vor Ort, kündigt Bruder an. - Von Julius Kolossa

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