Polizei informiert Realschüler über Gefahren im Internet

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Kriminaloberkommissar Uwe Kunold erklärte den Schülern der Klasse 6 b, dass sie im Internet sorgsam mit ihren Personendaten umgehen sollen.J

BALVE ▪ Fast die ganze Klasse 6 b der Balver Realschule ist bei ICQ angemeldet. Die drei Buchstaben stehen für ein Instant-Messaging-Programm, bei dem sich die Benutzer Nachrichten schicken können. Dass sich in dem virtuellen Raum im Internet nicht nur nette Menschen tummeln, verdeutlichte den Mädchen und Jungen gestern Kriminaloberkommissar Uwe Kunold vom Kommissariat Kriminalprävention in Menden.

Zwei Stunden lang klärte Kunold die Sechstklässler über die Gefahren des Internets auf. Er warnte vor problematischen Inhalten wie Pornografie, Pädosexualität, Gewaltdarstellungen und Rechtsextremismus im Netz. Den Fokus legte der Kriminaloberkommissar auf die Gefahren, die Chatrooms bergen.

Knuddels und ICQ sind den Balver Realschülern bestens bekannt. Bei einer spontanen Umfrage in der Klasse zeigte sich aber, dass viele von ihnen sorglos mit ihren Personendaten umgehen. „Seid ihr wahnsinnig?“, fragte Uwe Kunold mahnend in die Runde. „Gerade im Internet tummeln sich viele Pädophile. Chaträume sind der Quelle-Katalog für Täter.“ Binnen kürzester Zeit brachte der Polizist über einige Schüler Informationen in Erfahrung: Vor- und Nachname, Alter, Hobbys, Trikotfarbe- und -nummer, über die ein Täter mühelos an die Kinder herankommen könnte. Uwe Kunold rät den Mädchen und Jungen vor allem, keine Bilder einzustellen. Er fragte: „Die Leute, mit denen ihr chattet, kennen euch und wissen wie ihr ausseht. Wozu braucht ihr dann noch ein Foto?“ Der Kriminaloberkommissar beruhigte aber: „Nur weil ihr ein Foto online gestellt habt, muss das nicht bedeuten, dass ihr Opfer einer Straftat werdet.“ Wachsamkeit sei das oberste Gebot.

Der Polizist berichtete von einem Finnentroper, der sich in Chatrooms das Vertrauen von zwei Mädchen erschlich und später vergewaltigte. Einen ähnlicher Fall gab es in der Nachbarstadt Menden. „Ich habe einige Kinder dienstlich kennengelernt und ich kann euch sagen, denen geht es heute noch schlecht.“

Uwe Kunold hatte den Kindern Auszüge aus zwei Chaträumen mitgebracht. Dass „ZuckerstangeM29“ und „SucheAbenteuer123“ eindeutige Absichten haben, wurde den Schülern schnell klar. Im Zweifel sollen die Schüler bei Eltern, Lehrern, der Polizei oder den Peers der Schule Rat suchen. Bei einem Elternabend am Montag berichtete Uwe Kunold auch den Erwachsenen, welche Gefahren im Internet lauern, welche Vorsichtsmaßnahmen sie ergreifen können und was er allen Sechstklässlern der Schule vermitteln will. Allerdings kamen nur gut 20 Eltern. ▪ Annabell Niemand

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