Polizei gibt vor Ort Tipps zum Einbruchschutz

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Michael Schneider zeigt, wie man die Tür mit einfachen Mitteln sicherer machen kann. ▪

BALVE ▪ „Wie Sie sehen, sehen Sie nichts: weit und breit keine Menschen“, sagt Michael Schneider, als er sich mit dem älteren Ehepaar am Vormittag dem Einfamilienhaus nähert. Der Kriminalhauptkommissar ist gekommen, um die Mittfünfziger in Sachen Einbruchschutz zu beraten. Die Frau hatte ihn zu sich nach Hause bestellt. Sie gibt zu: „Ich bin eine Schissbuxe.“ Von Annabell Niemand

Wie ein Einbrecher geht der Polizist mit seinen Kunden auf das „Objekt“ zu. „Ein Täter möchte einfach an das Gebäude kommen“, weiß er. „Und das ist hier gegeben. Es gibt keinen Zaun und kein Tor. Es wirkt sehr einladend.“ Ein paar Schritte weiter steht das Trio schon vor einer Terrassentür – Nachbarn können den Bereich nicht einsehen. „Ideale Hebelbedingungen“, sagt Schneider. Das Ehepaar wird zusehends unruhiger. Aber der Polizist entspannt die Lage: „Sie könnten einen Zaun setzen, der signalisiert ‚Das hier ist meins‘.“ Er empfiehlt eine Höhe von 1,8 Metern. „Selbst Fremden würde es spanisch vorkommen, wenn da jemand drüber klettert.“ Zudem stelle ein Zaun eine psychologische und physische Barriere dar. Ein weiterer Tipp: „Sie könnten rund um den Dachüberstand Licht machen. Das muss nicht das Modell Signal-Iduna-Park sein, stromsparende LEDs reichen.“ Bewegungsmelder würden hingegen herzlich wenig bewirken.

Dem Gelegenheitsdieb – 95 Prozent der Täter baldowern ihre Tat nicht wochenlang aus – dürfe man nicht die Möglichkeit geben, zu erkennen, dass keiner da ist – sprich: Garage verschließen, Briefkasten im Urlaub leeren lassen, Jalousien hoch- und runterlassen und eine Zeitschaltuhr an eine Leuchte anschließen. „Der Täter wägt das Entdeckungs- und Ergreifungsrisiko ab. Und mit diesen Maßnahmen, kann man seine Entscheidung beeinflussen“, sagt der Experte.

„Das sind alles Dinge, die man tun kann, bevor man über das eigentliche Objekt redet.“ Aber auch das macht Michael Schneider bei der Vor-Ort-Beratung: Das feststehende Fenster an der Straßenseite ist unbedenklich, ebenso wie die Fenster im Obergeschoss. Sorgen bereiten ihm die einfachen Kunststofffenster auf der Rückseite des Hauses. „Die hebelt ein Täter in 15 bis 30 Sekunden auf.“ Aber das Ehepaar kann nachrüsten, zum Beispiel die Verriegelung austauschen oder ein Zusatzschloss montieren. Für ein Fenster zum Hauswirtschaftsraum empfiehlt Schneider ein Gitter. „Das hat den Vorteil, dass man das Fenster auch mal auf Kipp stehen lassen kann.“

Der Glasausschnitt der Haustür ist laut Michael Schneider nicht so bedenklich, wie die Eigentümer vermutet hatten. Sie zu zerschlagen, würde Lärm machen und ein Verletzungsrisiko bergen. Aber das Schließblech würde einem Stemmeisen nicht standhalten. So ein Blech lässt sich allerdings verlängern. Und dann hätten es böse Buben schon ganz schön schwer.

Termine für die kostenlose Beratung der Polizei können unter Tel. 0 23 73 / 91 99 65 01 und 91 99 65 04 vereinbart werden.

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