Geschichte um einen verlorenen Ausweis

Plötzlich steht die Polizei vor der Tür

Bei der Durchsuchung einer Wohnung in Menden, fand die Polizei auch den Ausweis, den ein Balver 2019 beim Schützenfest in Langenholthausen verloren hatte.
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Bei der Durchsuchung einer Wohnung in Menden, fand die Polizei auch den Ausweis, den ein Balver 2019 beim Schützenfest in Langenholthausen verloren hatte.

Während des Schützenfestes 2019 in Langenholthausen bei der St.-Johannes-Schützenbruderschaft verliert ein Besucher aus Balve seinen Ausweis. Am 1. Juni meldet der Mann das Dokument dann auch als verloren.

Mehr als ein Jahr später, am 9. Oktober 2020, findet ein 24 Jahre alter Mann den Ausweis vor einem Café in Menden. Wer einen Ausweis findet, muss ihn abgeben. Wer das unterlässt, macht sich wegen Unterschlagung strafbar und landet möglicherweise vor Gericht. Genau das ist dem Finder jüngst passiert.

Denn statt den Ausweis abzugeben, behielt er ihn. Er habe das nur vergessen, erklärte der Angeklagte im Amtsgericht Menden. Denn, so der 24-Jährige weiter, just am Fundtag sei der Vater seines besten Freundes verstorben. Er sei für seinen Kumpel da gewesen, habe ihn zur Überführung des Leichnams sogar in die Türkei begleitet. Am 17. Oktober sei er nach Deutschland zurückgekehrt.

Polizisten haben einen Durchsuchungsbefehl dabei

Fünf Tage später stand plötzlich die Polizei vor der Tür des Mendeners. Mit dabei hatten die Beamten einen Durchsuchungsbefehl wegen des Verdachts der Cyberkriminalität. In der Wohnung des Mannes stießen die Polizisten auf fremde Kreditkarten, ein Kartenlesegerät – und den Ausweis des Balvers.

Da ein fremder Ausweis für mögliche kriminelle Aktionen des Angeklagten von Nutzen hätte sein können, wollte der Richter im Amtsgericht Menden wissen, ob der Mann Verbindungen nach Balve habe. „Ich war noch nie in Balve. Kenne dort auch niemanden“, erklärte der 24-Jährige.

Ausweis nur vergessen abzugeben?

Er beteuerte nochmals, den Ausweis an der Kolpingstraße in Menden gefunden und anschließend einfach vergessen zu haben, das Dokument abzugeben. Die Schwierigkeit für das Gericht bestand darin, dem Angeklagten den Willen nachzuweisen, dass er den Ausweis tatsächlich habe behalten wollen. Dies gestaltete sich auch deshalb schwierig, weil der Verteidiger des Mannes eine Sterbeurkunde und Flugtickets in die Türkei vorlegte, die dafür geeignet waren, die Aussage des Mendeners zu untermauern.

Der Angeklagte entschuldigte sich dafür, dass er nicht mehr an den Ausweis gedacht habe. Am Ende stellte das Gericht das Verfahren vorläufig gegen eine Zahlung von 100 Euro an ein Kinderhospiz ein.

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