MVG plant am Balver Bedarf vorbei

BALVE – Sicherlich hatten die drei Vertreter der Märkischen Verkehrsgesellschaft (MVG) eine andere Reaktion auf das neukonzipierte Leistungsangebot erwartet, das sie am Dienstagabend dem Ausschuss „Umwelt, Planung, Bau“ vorstellten. Bei den Politikern – vor allem bei denen der UWG – kamen die Planungen jedoch überhaupt nicht gut an. Von Volker Griese

Silke Reinecke und Marcus Schaefer sowie Frank Rosenberg gaben sich alle Mühe, dem Ausschuss die bessere Anbindung der Stadt Balve an die Kommunen im südlichen Märkischen Kreis schmackhaft zu machen. Von stündlichen durchgehenden Verbindungen zwischen Lüdenscheid und Neuenrade war die Rede, die Anbindung an die Hönnetalbahn solle sichergestellt werden. Auch die neue Idee der Anruflinienfahrten (Alf) präsentierte das MVG-Trio mit Elan.

Doch all diese Vorteile interessierten insbesondere UWG-Fraktionschef Lorenz Schnadt herzlich wenig. Die MVG habe das Thema verfehlt, monierte er. Balve orientiere sich historisch stärker in den Nordkreis und benötige deshalb bessere Verbindungen beispielsweise nach Iserlohn, wo das größte Berufskolleg des Märkischen Kreises angesiedelt sei. „Iserlohn ist für uns mit öffentlichen Verkehrsmitteln nur sehr umständlich über Menden zu erreichen“, so Schnadt, setzte dabei die Fahrtzeit mit knapp zwei Stunden aber offensichtlich etwas zu hoch an. Mit der Hönnetalbahn (bis Menden) und anschließend mit dem Schnellbus sei Iserlohn von Balve aus in 70 Minuten zu erreichen, korrigierte ihn Marcus Schaefer.

Den Vorwurf, mit der Neukonzeptionierung am Balver Bedarf völlig vorbeigeplant zu haben, konnte das MVG-Trio aber nicht entkräften. Die MVG sei für die Anbindung Balves an den Nordkreis nicht der richtige Ansprechpartner, da sie für diesen Raum keine konzessionierten Linien habe. Der ÖPNV in diesem Bereich werde von der Bahn und einem anderen Verkehrsunternehmen angeboten, so Schaefer. Damit dürfte auch die Anregung von Bürgermeister Mühling, eine Busverbindung von Balve über Hemer nach Iserlohn aufzubauen, nicht zu realisieren sein. Das hatte zuletzt auch die Balver Linkspartei gefordert.

Stirnrunzeln verursachen die MVG-Pläne auch beim Balver Bürgerbusverein, der eine Konkurrenz für seine Fahrten zwischen Garbeck und der Innenstadt befürchtet. Diese Bedenken seien aber unbegründet, beschwichtigte Marcus Schaefer. Die MVG fahre mit ihren Bussen schließlich nicht bis in die Wohngebiete Garbecks hinein.

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