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Pizzeria Mare in Garbeck schließt nach 30 Jahren: Das ist der Grund

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Von: Julius Kolossa

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Noch bis zum 19. Dezember backen Giuseppe und Regina Minelli Pizza. Dann ist Schluss im „Mare“ an der Märkischen Straße.
Noch bis zum 19. Dezember backen Giuseppe und Regina Minelli Pizza. Dann ist Schluss im „Mare“ an der Märkischen Straße. © Kolossa, Julius

„Ich hatte Lust auf Pizza“, erinnert sich Giuseppe Minnelli noch genau, warum er vor mittlerweile 30 Jahren zusammen mit seiner Frau Regina die Pizzeria Mare an der Märkischen Straße übernommen hat.

Am 19. Dezember wird Minnelli jedoch die letzten Pizzen in den Ofen schieben. Denn aus gesundheitlichen Gründen schließt er seinen Laden – auch wenn der Abschied schwer fällt.

Als Minnelli vor vielen Jahren aus Kalabrien nach Deutschland kam, verdiente er sein Geld zunächst als Arbeiter. „Aber schon damals habe ich nebenbei Pizza gebacken. Als mir die Pizzeria dann gehörte, habe ich bei von mir eingestellten Pizzabäckern gelernt, wie es richtig geht.“

Kunden sind auch in der Pandemie treu

Aller Anfang war zwar schwer, doch Giuseppe Minnelli (66) lernte schnell in seiner Pizzeria Mare. Immer an seiner Seite dabei: Ehefrau Regina (60), gelernte Hauswirtschafterin. Zusammen sind sie ein eingespieltes Team, betreiben die Pizzeria seit einigen Jahren nur noch als Duo. Und diesem halten die Garbecker auch in der Corona-Pandemie die Treue. Regina Minnelli: „Wir haben einen tollen Kundenstamm.“

Dass sie von diesem nun nach und nach Abschied nehmen müssen, fällt den Minnellis schwer. Aber der Entschluss, Mitte Dezember aus gesundheitlichen Gründen zu schließen, sei unvermeidlich gewesen. „Irgendwann muss einmal Schluss sein“, so Giuseppe Minnelli. Dafür soll die Familie fortan nicht mehr zu kurz kommen und Sohn, zwei Töchter und zwei Enkelkinder für Abwechslung sorgen. „Doch die Pizzeria wird uns fehlen“, so Regina Minnelli.

Kunden können aus 30 Pizza-Varianten wählen

Dass aus dem ersten Mietvertrag mit zehn Jahren Laufzeit so viele Verlängerungen wurden, hätten beide anfangs nicht für möglich gehalten. „Aber es lief, und es hat vor allem Spaß gemacht.“ Aus 30 Pizza-Angeboten kann im Mare ausgewählt werden. „Scharf läuft hier immer“, so Giuseppe Minnelli, der herausgefunden hat, welchen besonderen Geschmack die Garbecker haben. Diesem entspreche die Pizza Inferno. Belegt wird diese mit Chili, Peperoni und Paprika. Die genauen Zutaten und deren Zubereitung bleiben geheim.

Regina Minnelli erinnert sich aber auch an einen ganz besonderen Kundenwunsch: „Es wollte jemand eine Pizza mit Fruchtcocktail.“ Und eine Bestellung ist ihr in Erinnerung geblieben, weil sie so komplett aus dem Rahmen fiel: „Es wurden Nudeln mit allem Drum und Dran bestellt. Sardellen, Kapern, Ananas, Schinken, Salami, Knoblauch, Brokkoli und auch Spinat gehörten mit dazu.“ Der Kunde sei jedenfalls glücklich gewesen.

Nachfolger-Suche bislang erfolglos

Viele weitere glückliche Kunden kamen in den drei Jahrzehnten hinzu. Viele Freundschaften sind entstanden in der kleinen Pizzeria. Hier stehen die Minnellis sechs Tage in der Woche (dienstags bis sonntags), bieten ihre Pizzen zum Abholen oder Ausliefern an. Gerne würden sie die Pizzeria mit der kompletten Einrichtung wie Öfen und Anrichte übergeben. Giuseppe Minnelli: „Noch hat sich aber kein Nachfolger gefunden.“ Und nur noch wenige Tage bleiben.

Nach dem 19. Dezember wollen sich Giuseppe und Regina Minnelli mehr ihrer Familie widmen. Dabei bleibt es zu Hause beim Arrangement, dass beide für sich gefunden haben: hier steht die Ehefrau am Herd. Was dann auf dem Speiseplan steht, verraten sie gerne: „Wir essen am liebsten Spaghetti.“

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