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Bleifüße wehren sich: Kübel auf Raserstrecke haben nicht lange Bestand

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Von: Julius Kolossa

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Diese Pflanzkübel sollten auf der Straße Zur Hinsel eigentlich dafür sorgen, dass mehr Verkehrsteilnehmer sich an das Tempolimit von 30 km/h halten. Unbekannte warfen die Kübel jetzt aber kurzerhand auf die angrenzende Wiese.
Diese Pflanzkübel sollten auf der Straße Zur Hinsel eigentlich dafür sorgen, dass mehr Verkehrsteilnehmer sich an das Tempolimit von 30 km/h halten. Unbekannte warfen die Kübel jetzt aber kurzerhand auf die angrenzende Wiese. © Kolossa

Das ging schnell an der Straße Zur Hinsel in Beckum: Nur wenige Tage nachdem die Stadt dort Pflanzkübel hatte aufstellen lassen, lagen diese bereits auf einer Wiese. Eigentlich sollten die Kübel aus Kunststoff den Straßenraum verengen und so verhindern, dass auf der Straße trotz Tempo-30-Zone weiterhin gerast wird. Jetzt jedoch war der Weg für alle Bleifüße wieder frei.

Balve - Anwohnerin Susanne Schnadt sagte im Gespräch mit der Redaktion: „Die Anwohner hatten leider nur wenige Tage etwas von der verkehrsberuhigenden Maßnahme.“ Schnadt hatte als Mitglied der Unabhängigen Wählergemeinschaft Balve (UWG) vor rund einem Jahr darauf hingewiesen, dass die Hinsel immer mehr zur Rennstrecke würde (wir berichteten).

UWG-Fraktionsvorsitzender Lorenz Schnadt stellte daraufhin im Mai 2021 einen Antrag an den Rat, weitere entsprechende verkehrsberuhigende Maßnahmen in dieser schon verkehrsberuhigten Zone zu ergreifen. Denn die vor Jahren installierten Fahrbahnschwellen seien so stark abgefahren, dass sie erneuert werden müssten, hieß es in dem Antrag. Die Geschwindigkeit der Fahrzeuge würde durch die Schwellen nicht mehr in ausreichendem Maße reduziert. Als weitere „kostengünstige Maßnahme“ wurde vorgeschlagen, Betonpflanzkübel aufzustellen, und damit die Fahrbahn zu verengen.

Besonders im Frühsommer und Sommer wird diese Straße als Verbindung zur Sorpe besonders stark genutzt; vor zwei Jahren fand hier auch ein illegales Rennen statt. Die Polizei ging gegen die Verursacher vor. Vor etwa einem Monat kam dann endlich Bewegung in die Sache. Ortsvorsteher Georg Wortmann (CDU), Anwohner, Landwirte (wegen der Durchfahrtbreite für die landwirtschaftlichen Fahrzeuge), der zuständige Bezirksbeamte Thomas Wietbüscher und Parteimitglieder von UWG und CDU legten bei einer Ortsbegehung die Standorte für die Kübel fest.

„Zudem sollen die Schwellen erneuert und zwei zusätzliche im unteren Bereich der Hinsel montiert werden“, stellte Susanne Schnadt die weiteren Maßnahmen vor. Dieses Gesamtkonzept sollte dann für eine adäquate Verkehrsberuhigung sorgen – so die Vorstellungen der Verantwortlichen.

Statt der ursprünglich vorgeschlagenen Betonkübel wurden von den Mitarbeitern des Bauhofs Kunststoffkübel mit Warnmarkierungen aufgestellt, und für die Standfestigkeit zur Hälfte mit Erde verfüllt. Dies reichte jedoch ganz offensichtlich nicht. Denn die Erde wurde von Unbekannten ausgeschüttet, an einer Stelle auf die Straße, an anderen Stellen auf die Wiese. Anschließend wurden auch die Kübel auf die Wiese geworfen. In den nächsten Tagen werden sich die Bauhof-Mitarbeiter deshalb erneut auf zur Hinsel machen, um diese Kunststoffkübel wieder aufzustellen, war auf Anfrage aus dem Rathaus zu erfahren.

Ein anderer Hotspot für Raser befindet sich in Leveringhausen. Bei einer Tempokontrolle der Polizei war jeder dritte Fahrer zu schnell.

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