Pfarrer Schulte: 2011 bringt Umbruch und Wandel

Der Neujahrsempfang von St. Blasius-Gemeinde, Evangelischer Kirchengemeinde und Kolpingforum war gut besucht: Rund 180 stießen miteinander auf ein gutes 2011 an. ▪

BALVE ▪ „Begrüßt das neue Jahr mit frohem Mut“, forderte der Gemischt-stimmige Chor unter der Leitung von Günter Brücker die 180 Gäste beim Neujahrsempfang im Katholischen Jugendheim auf. Kolpingforum, St. Blasius-Pfarrgemeinde und Evangelische Kirchengemeinde waren über diese große Resonanz auf die erstmals gemeinsam ausgerichtete Veranstaltung erfreut.

Vertreter fast aller Balver Vereine, Parteien und Konfessionen waren dieser Einladung gefolgt, so dass das Verbindende die Vielfalt war. Und diese sorgte nach dem offiziellen Teil auch für Gesprächsstoff.

Stoppzeichen ernst nehmen

Pfarrer Andreas Schulte mahnte, Stoppzeichen ernst zu nehmen. Er selbst sei nach der Nichtbeachtung eines Stopp-Schildes im Straßenverkehr daran erinnert worden – für ihn nach der fälligen kostenpflichtigen Ermahnung ein Anlass, daran zu erinnern, innezuhalten. Dies gelte auch auf dem Weg in das neue Jahr, welches für die beiden Pastoralverbünde Balver Land und Oberes Hönnetal eine Zeit des Wandels und des Umbruchs bedeuten werde. Die Sternwallfahrt am Pfingstmontag (13. Juni) nach Wocklum werde den Auftakt zum Zusammenschluss beider Verbünde bilden. „Wir wollen mit möglichst vielen in die Zukunft gehen“, schloss Pfarrer Schulte alle mit ein, sich zu beteiligen. Derzeit werde zwar noch eine Überbesetzung der Hauptamtlichen bescheinigt, doch für 2030 stünden für das Gebiet von Hemer bis Altenaffeln nur noch drei Priester und drei Gemeindereferenten zur Verfügung. Deshalb liefen auch schon Gespräche über das Taufkonzept, die Caritasarbeit, die Notfallseelsorge und die Gottesdienstordnung. Es stünden dann mehr Wortgottesdienste an, die mit den dafür Ausgebildeten dann auch gelebt und praktiziert werden müssten. Das Zentralbüro für die Arbeit der Pfarrsekretärinnen solle im Kolpingraum des Katholischen Jugendheims eingerichtet werden.

Der Gemischt-stimmige Chor Balve gestaltete den musikalischen Auftakt des Neujahrsempfang, der zum ersten Mal eine ökumenische Veranstaltung war. ▪

Kindergarten und Familienzentrum sollen nach Schultes Worten als pastorale Orte stattfinden; gemeinsam soll ein Leitwort entwickelt werden. Ökumene finde durch die in der Fastenzeit durchgeführten Frühschichten in der Haupt- und Realschule statt. In diesem Jahr werden die Balver und die Affelner Kirche renoviert, und das Katholische Jugendheim wird umgebaut. Dabei sollen energiesparende Maßnahmen und die Anpassung des Raumes an die veränderten pastoralen Bedingungen durchgeführt werden.

Vor großen Herausforderungen

„Dieser Neujahrsempfang ist ein spannendes und mutmachendes Zeichen“, fand der evangelische Pfarrer Christian Marcus Weber. Nach einem kurzen Rückblick, in dem der auf diverse Aktivitäten verwies, mit denen sich die Evangelische Gemeinde aus dem Kirchenraum zu den Menschen begeben hatte, wies er mit der Renovierung der Kirche in diesem Jahr auf eine große Herausforderung hin. Doch nicht vergessen werde dabei, dass die Kirche Jesu aus den Menschen bestehe. Für diese und mit diesen sollen bei einer Gemeindekonferenz am 8. und 9. April ein Leitbild und Nahziele entwickelt werden.

Belastungen der Stadt wachsen

Ganz andere Ziele formulierte Bürgermeister Hubertus Mühling, der vorrechnete, warum die Ausgaben der Stadt Balve höher sind als ihre Einnahmen. Auf der Einnahmenseite habe die Stadt mit 4,1 Millionen Euro Gewerbesteuereinnahmen im vergangenen Jahr denselben Stand wie 2004 erreicht – das bisher beste Ergebnis wurde 2007 mit 6,3 Millionen Euro erzielt. Dafür müsse Balve aber auch wachsende Belastungen durch die Kreisumlage schlucken. „Die Soziallasten für Hartz IV, die Integration von behinderten Menschen, Grundrente sowie Heime und Kindergärten sind dabei der größte Posten“, rechnete Mühling vor. Um gegenhalten zu können, hatte der Rat im Dezember die Sätze für die Gewerbesteuer sowie die Grundsteuer A und B erhöht. Die Mehreinnahmen nur durch die Grundsteuer A würden 180 000 Euro betragen – so viel, wie die Stadtbücherei und das Hallenbad kosten, zog Mühling einen Vergleich. Doch es soll weiter investiert werden, beispielsweise in das Schulzentrum, in Straßen, Wege, Brücken, die Heizung im Hallenbad und nicht zuletzt in die Erschließung des Gewerbegebietes Braukessiepen. Betriebe, die sich dort ansiedeln oder erweitern, sollen dann über die Gewerbesteuer wieder neues Geld ins Stadtsäckel spülen. ▪ JK

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