"Ich habe diesen Weg bislang nicht bereut"

+
25 Jahre arbeitet Andreas Schulte nun als Priester, diesen Weg habe er nie bereut, sagt er.

Balve - „Ich bin gerne Priester und habe diesen Weg bislang nicht bereut“, fasst Pfarrer Andreas Schulte, die hinter ihm liegenden 25 Jahre seines Berufes zusammen. Dieses Silberne Priesterjubiläum will der 50-Jährige am Sonntag, 4. Juni, um 14.30 Uhr in der St. Blasius-Kirche mit Weggefährten, seiner Familie und den Gemeindemitgliedern mit einer Messe und mit anschließend vielen Begegnungen auf dem Kirchplatz, bei schlechtem Wetter in der Realschul-Aula, feiern. Teilnehmen werden auch Neheimer, denn dort ist Andreas Schulte mit seinen Eltern und seinem Bruder Michael aufgewachsen. Die Verbindung zu seiner Heimat und seiner Heimatgemeinde St. Michael besteht bis heute.

In der St. Michael-Gemeinde empfing er die Erstkommunion, und wurde Messdiener. Dort erlebte Andreas Schulte über viele Jahre seinen Heimatpfarrer Leo Reiners, der im vergangenen Jahr verstarb. Neben der Messdienerarbeit war Schulte auch als „Aushilfsküster“ tätig. Durch die Neupriester, die regelmäßig in dieser Gemeinde zum Einsatz kamen, bekam er viel von deren Aufgabenbereichen mit. Ein besonderes Erlebnis war es, Pfarrer Leo Reiners als Messdiener bei der Messe von Papst Johannes Paul II. auf dem Butzweiler Hof bei Köln begleiten zu dürfen.

Nach der Realschulzeit kam zunächst der Gedanke auf, eine Ausbildung bei einer Krankenkasse zu beginnen, doch stattdessen fiel die Entscheidung zugunsten des Abiturs. Dies bestand er 1985 am Franz-Stock-Gymnasium. Und dann war es ein Gespräch mit dem damaligen Vikar Johannes Insel, der den weiteren Weg des jetzigen Priesters festlegte: ein Wochenende in Paderborn mit dem Titel: „Priester gesucht“ wurde ihm empfohlen, woraufhin er mit dem Theologiestudium in Paderborn begann.

In dieser Zeit war ihm besonders der Austausch mit dem Pfarrer und den Vikaren wichtig. Mit den Kommilitonen wurde nach Antworten auf Fragen gesucht und über die Einstellung der Arbeit in den Gemeinden gesprochen. Ebenso trugen die Praktika während der Ausbildung zum Reifen der Entscheidung bei: ein vierwöchiges Gemeindepraktikum und später noch das einjährige Diakonatspraktikum in der Pfarrei Heilige Familie in Kamen, ein mehrwöchiges Sozialpraktikum im Neheimer St. Johannes- Hospital und das Schulpraktikum am Franz-Stock-Gymnasium in Neheim.

Die Priesterweihe erfolgte am 6. Juni 1992 im Hohen Dom zu Paderborn von Erzbischof Dr. Johannes Joachim Degenhardt. Von 1992 bis 1997 war Schulte Vikar in St. Heinrich und Kunigunde Schloss Neuhaus, ab 1997 Pfarrverwalter in St. Lambertus-Affeln, St. Lucia-Altenaffeln und St. Agatha-Blintrop und ab 2000 Pfarrverwalter in St. Georg-Küntrop.

In der Region blieb er dann auch: 2005 wurde er Pfarrer der Gemeinde Heilige Drei Könige-Garbeck, Pfarrverwalter in St. Johannes-Langenholthausen und Leiter des Pastoralverbundes Oberes Hönnetal. 2009 erweiterte sich sein Aufgabengebiet erneut, ist er doch seitdem Pfarrer in St. Blasius-Balve, Pfarrverwalter in St. Nikolaus-Beckum, St. Antonius-Eisborn, St. Barbara-Mellen und St. Michael-Volkringhausen und Leiter des Pastoralverbundes Balve-Hönnetal.

Der Weg der Berufung sei niemals abgeschlossen, stellt Pfarrer Schulte fest. Ihn haben die Erfahrungen und Begegnungen mit den Menschen in den vergangenen 25 Jahren geprägt und darin bestärkt, dass der Weg zum Priestertum der Richtige für ihn war: „Ich bin dankbar dafür, dass ich auch in schwierigen Momenten nicht alleine war. Traurig ist es, inzwischen von dem ein oder anderen wichtigen Menschen Abschied nehmen zu müssen, weil er oder sie verstorben ist.“

Einiges von dem, was ihn motiviert habe, Priester zu werden, gibt es inzwischen nicht mehr, wie Schulte feststellt. Es habe sich in den Gemeinden einiges geändert. Nun gibt es Pastoralverbünde, weniger Priester und weniger Gläubige. All dies ist mit neuen Herausforderungen verbunden. Für Pfarrer Schulte gehört dazu die Bereitschaft, im Team vertrauensvoll mit mehreren Hauptamtlichen zusammenzuarbeiten.

Dankbar ist er für die Entlastung im Bereich der Verwaltung durch die Geschäftsführenden Vorsitzenden und die jeweiligen Kirchenvorstands-Mitglieder. Dazu gehören auch die Außendienstmitarbeiterin Margit Kretschmer, die beim Gemeindeverband Ruhr-Mark in Hagen angestellt ist, und die fünf Pfarrsekretärinnen.

„Ich arbeite sehr gerne mit unserem Pfarrgemeinderat zusammen. Das Gremium hat die Zukunft unserer Gemeinden verantwortungsvoll im Blick und ist bereits jetzt dabei, tragfähige Strukturen der Mitwirkung für die Zukunft zu entwickeln, um sie als Pilotprojekt für unser Erzbistum auszuprobieren“, betont der Geistliche.

Ein Anliegen möchte Pfarrer Schulte dann noch loswerden: „Ich bete darum, dass sich in heutiger Zeit Menschen auf den Weg zum Priestertum oder einen Beruf in unserer Kirche einlassen.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare