Auch ohne Königin nicht allein

Pfarrer Andreas Schulte blickt auf ein besonderes Jahr als Balver Schützenkönig zurück

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Ein ganz besonderer Moment in der Geschichte der Balver Bruderschaft: Im Juli 2019 zieht mit Andreas Schulte erstmals ein Pfarrer als Schützenkönig in die Höhle ein. Coronabedingt bleibt Schulte bis 2021 im Amt.

Balve – Die Königsplakette für dieses Jahr hat Pfarrer Andreas Schulte schon anfertigen lassen.

Sie trägt das Siegel der Kirchengemeinde St. Blasius und auf der Rückseite seinen Primizspruch zur Priesterweihe: „Vertrau auf Gott; er wird dir helfen! Hoffe auf ihn; er wird deine Wege ebnen!“ (Jes Sir 2,6). Statt an diesem Wochenende, wird sie allerdings erst im nächsten Jahr an der Königskette der St.-Sebastian-Schützenbruderschaft Balve angebracht. 

Denn auch für den Balver Schützenkönig ist 2020 ein besonderes Jahr, in dem seine Amtszeit – wie die der anderen Könige im Stadtgebiet in die Verlängerung geht. Die Geschichte begann bereits mit seiner Predigt im Schützenhochamt am 21. Juli 2019, als der Pfarrer über die Königswürde sprach und dass es Menschen brauche, die Verantwortung übernehmen. „Als ich dann unter der Vogelstange stand, kam irgendwann der Gedanke: ,Jetzt kannst Du nicht kneifen. Sonst bist Du unglaubwürdig’“, erinnert sich Schulte noch genau an den Schützenfestmontag, 22. Juli. Mit dem 132. Schuss um 11.20 Uhr wurde Andreas Schulte als Pfarrer und Präses neuer Balver Schützenkönig – der erste in der Geschichte der Bruderschaft und einer der ersten in der Region. Dies sorgte auch im Erzbistum Paderborn für Aufsehen; aus dem Generalvikariat gab es bereits kurze Zeit nach dem Königsschuss Glückwünsche. 

Dankbar für die viele Unterstützung

„Erwartungen hatte ich nicht, denn ich war darauf überhaupt nicht vorbereitet“, sagt Schulte rückblickend. „Insofern bin ich all denen sehr dankbar, die mich bislang tatkräftig unterstützt haben. Ich denke dabei an die Zusammenstellung des Hofstaates und dessen Aktivitäten bis heute, aber auch an den guten Austausch mit dem Vorstand.“ 

Zusammen mit dem Hofstaat, der aus Mitgliedern des Kirchenvorstandes und der evangelischen Gemeinde besteht, lebt Schulte nun das Motto: „Wir bleiben zusammen und gehen in die Verlängerung bis zum nächsten Schützenfest.“ 

Bundesschützenfest ein besonderes Erlebnis

Vor dem Ausbruch der Pandemie konnte Schulte als Balver Schützenkönig zumindest einige Termine noch wahrnehmen. „Ein besonderes Erlebnis war das Bundesschützenfest in Medebach. Es gab viele Begegnungen. Gefallen hat mir auch der Nachmittag für die beitragsfreien Mitglieder im Gemeindehaus“, erinnert er sich. 

So lief das Vogelschießen 2019

Schützenfest Balve 2019: Der Montag

Dass die Schützenfeste im Sauerland abgesagt wurden, hat auch den Pfarrer traurig gestimmt, gibt er zu: „Aber in dieser Situation wäre ein ungezwungenes Feiern nicht möglich. Die Gesundheit geht vor. Ich hoffe jetzt auf 2021!“ 

Schützenmesse und Kranzniederlegung

Am Freitag fuhr Schulte zur Eröffnung des Happy Einkaufstages in der Kutsche durch Balve – wie es für den Schützenkönig Tradition zu Beginn des Festwochenendes ist. Weiter geht es in diesem Jahr dann aber erst am Sonntag ab 10.30 Uhr mit der Schützenmesse in der Balver Höhle. Es folgt ein Ständchen vor dem Altenheim, danach die Kranzniederlegung am Ehrenmal. Das war es dann mit dem Programm für dieses Festwochenende. 

„Wenn ich auf die vor mir liegende Zeit der Regentschaft schaue, erhoffe ich mir weiterhin Unterstützung. Ich habe zwar keine Königin, war bislang aber dennoch nicht alleine. Außerdem wünsche ich mir Umstände, die es wieder möglich machen, dass Menschen zusammenkommen, miteinander feiern und sich austauschen können“, sagt Schulte.

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