Personelle Hängepartien im Kolping-Bezirksverband

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Dirk Giese (l.), Geschäftsführer und Kassierer des Kolping-Bezirksverband, konnte sein Amt endlich abgeben. Vorsitzender Dirk Potthoff war vom beschlossenen Rotationsprinzip allerdings nicht vollends überzeugt. ▪

BALVE ▪ Ernste Personalsorgen plagen derzeit den Kolping-Bezirksverband Sundern/Balve. Das wurde am Mittwoch während der Bezirksversammlung im Katholischen Jugendheim in Balve deutlich.

Nach den Jahresberichten der Kolpingsfamilien Allendorf, Balve, Endorf, Garbeck, Hachen, Sundern und Westenfeld standen die Wahlen auf der Tagesordnung. Hierbei stand, wie im vergangenen Jahr, das Amt des 2. Vorsitzenden zur Wahl, doch auch nach dieser Bezirksversammlung bleibt es vakant. „Wir wissen, dass jede Kolpingsfamilie vor Ort schon ihre eigenen Probleme hat, die Posten zu besetzen. Doch wir haben den Wunsch nicht aufgegeben, dass sich diesmal jemand findet“, hatte Dirk Potthoff, Vorsitzender des Bezirksverbandes Sundern/Balve, zuvor gesagt. Vergeblich, wie sich in der Versammlung am Mittwoch schnell zeigte. „Das haben wir leider schon so befürchtet“, zeigte sich Potthoff nicht überrascht.

Und es blieb nicht die einzige personelle Hängepartie des Abends. Auch die Wahl des Geschäftsführers/Kassierers brachte zunächst keine Lösung. Seit vier Jahren übt der Endorfer Dirk Giese dieses Amt aus, bereits jetzt ein Jahr länger als ursprünglich gedacht. Nun zog er den Schlussstrich. „Ich möchte es aus zeitlichen Gründen abgeben und wollte mich daher nicht mehr zur Wahl stellen“, sagte Giese. Zwar sei der Aufgabenbereich des Geschäftsführers überschaubar, jedoch müsse man ständig am Ball bleiben. Zudem nehme die Abrechnung der Aktion Rumpelkammer eine Menge Zeit in Anspruch. „Die Kasse zu führen, ist an sich nicht schwierig, sieht man mal von der Aktion Rumpelkammer ab“, sagte auch Potthoff.

Seine anpreisenden Worte fanden in der Versammlung jedoch kein Gehör, so dass Potthoff zunächst wieder den alten Geschäftsführer ins Gespräch brachte. „Vielleicht würde es Dirk Giese doch noch ein Jahr weiter machen“, fragte er vorsichtig. „Das kann doch nicht die Lösung sein!“ warf Thomas Müller, Abgesandter vom Diözesanverband Paderborn, ein. „In einem Jahr steht ihr wieder vor dem gleichen Problem.“

Zustimmendes Nicken in der Runde, woraufhin Pfarrer Andreas Schulte das Wort ergriff. „Dann müssen wir nach anderen Lösungen suchen. Warum nicht auch mal die alten Vorstandsstrukturen aufbrechen?“, fragte er.

„Wie wäre es mit einem Rotationsprinzip innerhalb der Kolpingsfamilien“, schlug Thomas Müller vor. „Beim Posten des Schriftführers hätte ich damit keine Probleme, beim Kassierer sieht das schon anders aus“, entgegnete Potthoff ihm. Auch der Rest der Versammlung zeigte sich zunächst skeptisch. Doch nach langer Diskussion kristallisierte sich dieser Vorschlag als die einzig machbare Lösung heraus.

„Unser Kassierer hat schon angeboten, für ein Jahr die Bezirkskasse zu übernehmen, unter der Voraussetzung, dass danach rotiert wird“, sagte Andreas Collard, Vorsitzender der Kolpingsfamilie Garbeck. Ein Angebot, das die Versammlung schließlich dankend annahm. Mehrheitlich wählte sie den Garbecker Andreas Haarmann für ein Jahr zum neuen Geschäftsführer.

Potthoff zeigte sich erleichtert und kündigte an, weiterhin nach Lösungen zu suchen. „Bei der nächsten Bezirksvorstandssitzung am 22. Februar werden wir im kleinen Kreis beraten, wie es weitergehen kann“, sagte er. So sei es denkbar, die Aktion Rumpelkammer von der Bezirkskasse loszulösen, um die Arbeit für den Geschäftsführer zu vereinfachen. Potthoff: „Vieles ist möglich, aber eine Auflösung des Bezirksverbandes nicht. Das wird es unter mir nicht geben!“ ▪ jok

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