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Personalmangel: Kita muss Kinder ablehnen

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Von: Julius Kolossa

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Die Kita Arche Noah an der Sankt-Johannes-Straße in Balve. Bislang gehen die die Einrichtung noch 45 Kinder. Mit Beginn des neuen Kindergartenjahres im August werden es weniger sein.
Die Kita Arche Noah an der Sankt-Johannes-Straße in Balve. Bislang gehen die die Einrichtung noch 45 Kinder. Mit Beginn des neuen Kindergartenjahres im August werden es weniger sein. © Kolossa, Julius

Der Fachkräftemangel im pädagogischen Bereich schlägt jetzt auch in Balves Kindertageseinrichtungen durch. Aktuell betroffen ist die Kita „Arche Noah“ an der Sankt-Johannes-Straße.

Dieser Einrichtung fehlt seit dem vergangenen Jahr eine pädagogische Fachkraft, weil eine Erzieherin aus der Region weggezogen ist. Da Ersatz momentan nicht in Sicht ist, muss ab Sommer eine halbe Gruppe – zunächst vorübergehend – geschlossen werden.

Leiterin Anja Sanden erklärt: „Das bedeutet, dass es dann neun Ü3-Kinder weniger sind.“ Nachdem zuletzt noch sechs U3-Kinder aufgenommen wurden, gilt momentan ein Aufnahmestopp für alle Kinder im Kita-Alter. Besonders betroffen sind Geschwisterkinder, die abgewiesen werden müssen. Sanden: „Dieser Stopp gilt so lange, bis wir neues Personal gefunden haben. Dann aber können wir nach Rücksprache mit dem Jugendamt des Märkischen Kreises sofort wieder neue Anmeldungen entgegennehmen.“

Aktuell noch 45 Kinder

Drei Erzieherinnen unter der Leitung von Anja Sanden sind aktuell für noch 45 Kinder zuständig. 14 Mädchen und Jungen gehen im Sommer in die Grundschule. Ab dem Sommer werden es dann insgesamt 37 Kinder in der Einrichtung sein.

„Uns bleibt zu der vorläufigen Gruppenschließung keine andere Wahl“, sagt Pfarrerin Antje Kastens. Sie steht der Evangelischen Kirchengemeinde Balve als Trägerin dieser 1991 gegründeten „Arche Noah“ vor. „Der Personalnotstand erwischte uns völlig unerwartet, sodass wir entsprechend reagieren müssen, um handlungsfähig bleiben zu können.“ Auch für die Kindergartenleiterin ist die Lage mehr als unbefriedigend: „Wir mussten neun Kinder ablehnen. Damit werden wir demnächst nur noch zwei Gruppen betreuen.“

Werbung „auf allen Kanälen gemacht“

Die Evangelische Kirchengemeinde Balve habe, so Pfarrerin Kastens, „seit dem vergangenen Jahr auf allen Kanälen um Erzieher geworben.“ Bisher seien auch einige Bewerbungsgespräche mit Erziehern aus der Region und dem Ruhrgebiet geführt worden. Und einige Gespräche stünden noch aus. „Aber Balve als Arbeitsort ist leider nicht für alle interessant. Das sind die Nachteile: Hier ist nicht das Zentrum der Industrie, und es ist für manche eine zu ländliche Lage“, so Kastens.

Sie werde weiter dafür werben, das Kita-Team ihrer Gemeinde zu unterstützen. „Vielleicht können wir in den nächsten Wochen doch eine Lösung präsentieren“, bleibt sie zuversichtlich.

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