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Pastoralverbund Balve-Hönnetal: Der nächste Abgang droht

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Von: Julius Kolossa

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Pater Pius Sabu ist seit 2018 Teil des Pastoralteams im Pastoralverbund Balve-Hönnetal.
Pater Pius Sabu ist seit 2018 Teil des Pastoralteams im Pastoralverbund Balve-Hönnetal. © Griese, Volker

„Die Garbecker liegen mir am Herzen“, ist Pater Pius Sabu begeistert von der Pfarrgemeinde Heilige Drei Könige, in der er als Seelsorger seit 2018 seinen Wohnsitz hat.

Von dort aus ist der 45-jährige Geistliche, der im indischen Kerala geboren und aufgewachsen ist, für den gesamten Pastoralverbund Balve-Hönnetal zuständig.

Ja, Pater Pius Sabu ist angekommen im Hönnetal, das er 2017 zunächst als Praktikant kennengelernt hat. Dafür ließ und lässt er sich noch immer von Helga Rath in unzähligen Deutsch-Stunden unterrichten; die pensionierte Lehrerin übernahm diese Aufgabe gerne. „Es macht Spaß“, sagt Sabu. Denn weil nur durch die Sprache der Kontakt mit den Menschen zustande kommen kann, legt er sich weiter mit dem Lernen ins Zeug – mit Erfolg.

Präses zweier Schützenbruderschaften

Pius Sabu ist bei vielen Menschen im Pastoralverbund beliebt. Seine natürliche, ehrliche Art, und seine Begeisterung für die Kirchengemeinden kommt an. Damit nicht genug, ist der indische Geistliche bereits Präses der St.-Hubertus-Schützenbruderschaft in Mellen und der Schützenbruderschaft Heilige Drei Könige in Garbeck.

So könnte es noch lange bleiben, doch im November steht für ihn ein Gespräch mit seiner Ordensleitung über die Zukunft an. Pater Pius Sabu Joseph Parackal, so sein vollständiger Name, trat in Indien nach seiner Schulzeit dem Orden der Karmeliter bei, um in dieser Gemeinschaft seinen Berufswunsch Priester in Erfüllung gehen zu lassen. Zum Priester geweiht wurde er in Indien 2004. Seitdem darf sich der Ordensgeistliche „Pater“ nennen. Einige Zeit war er in seiner Heimat seelsorgerisch tätig. Doch es ist bei den Karmelitern üblich, nach einiger Zeit versetzt zu werden.

Über Italien und Irland nach Balve

Für Pius Sabu ging es zunächst nach Italien, von dort nach acht Jahren weiter für ein Jahr nach Irland. Weil in Deutschland Priester gesucht werden, wurde Pater Pius im April 2017 ins Erzbistum Paderborn abgesandt, wo er für das Leben in der Diözese in einem eigens dafür eingerichteten Seminar mit anderen Mitbrüdern fitgemacht wurde. Seitdem ist er Mitglied des Pastoralteams im heimischen Pastoralverbund. „Er hat sich sehr gut eingelebt“, bestätigt Dechant Pfarrer Andreas Schulte. Weil sich der Karmeliter-Orden aber bislang nicht zur Dauer des Aufenthalts von Pius Sabu in Balve und im Hönnetal geäußert hat, heißt es nun abzuwarten. So müsse hingenommen werden, was der Karmeliter-Orden für seinen Ordensbruder als weitere Station vorgebe, sagt Schulte.

Noch aber ist nichts entschieden – das Gespräch und eine Entscheidung stehen noch aus. Sollte Pater Pius demnächst den Pastoralverbund Balve-Hönnetal verlassen müssen, stünden einzig noch Dechant Pfarrer Andreas Schulte und Pastor Christian Naton als Priester zur Verfügung. Pastor Wilhelm Grothe tritt ab Januar in den Ruhestand, steht dann nur noch aushilfsweise zur Seite.

Gottesdienstordnung wird angepasst

Deshalb wird die Gottesdienstordnung ab Januar bereits angepasst, die Anzahl der Messen reduziert. Dabei plant der Pastoralverbund noch mit Pius Sabu. Leitbild der neuen Gottesdienstordnung soll sein, so ist es im aktuellen Pfarrbrief zu lesen, für jede Gemeinde weiterhin regelmäßige Messen an den Wochenenden anzubieten. In der St. Blasius-Gemeinde in Balve werden am Sitz des Pastoralverbundes ab Januar als fixe Termine jeweils samstags um 17 Uhr und sonntags um 10.30 Uhr Hochamt) Messen gefeiert. In Garbeck werden alle Angebote familienfreundlich sonntags um 11 Uhr angeboten.

Alle anderen Gemeinden müssen sich mit Vorabendmessen, Alternativ-Gottesdiensten und Hochamt nach einem Rotationsprinzip, das einen Zehn-Wochen-Rhythmus bildet, zufrieden geben. Ab dieser Woche wird in den Pfarrgemeinden über alternative Gottesdienst-Angebote von Ehrenamtlichen informiert. „Die neue Gottesdienstordnung hat so lange Bestand, wie die personelle Situation der Priester im Hauptamtlichen-Team stabil bleibt“, heißt es dazu. „Fällt ein weiterer Priester weg, muss die Anzahl der Messen weiter reduziert werden.“

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