Trotz vorheriger Ankündigung

Pastor kann es sich nicht erklären: Erste Messe nach Corona-Pause bleibt ohne Besucher

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Auf den Stühlen für die Gemeinde nahm am Dienstagmorgen in Beckum einzig Küsterin Lena Daniel-Freiburg Platz. Organist Maximilian Wolf, Pastor Wilhelm Grothe und Gemeindeassistentin Theresa Wagner zogen die Messe dennoch durch.

Sechs Wochen konnten im Pastoralverbund Balve-Hönnetal coronabedingt keine Messen mit Gläubigen stattfinden. Dies ist seit dieser Woche anders. Und doch blieben die Stühle bei der ersten Werktagsmesse in Beckum leer.

Beckum - Ein Interesse der Balver an der Wiederaufnahme der öffentlichen Gottesdienste gibt es anscheinend nicht. Denn die erste Werktagsmesse wurde am Dienstagmorgen im Integrationszentrum in Beckum vor leeren Stühlen gehalten, niemand nahm teil. Pastor Wilhelm Grothe war es nach der langen Zwangspause dennoch ein Anliegen die Messe zu feiern.

An seiner Seite stand Gemeindeassistentin Theresa Wagner, die Wandlungsglocken läutete Küsterin Lena Daniel-Freiburg. So wurde die Veranstaltung in Beckum zu einer Art Probelauf für die kommenden Termine, bei denen die Verantwortlichen dann auch auf Resonanz aus den Gemeinden hoffen. Die Liturgie stand im Mittelpunkt dieser Messe, bei der auf die Predigt verzichtet wurde, und auch sonst alles anders war.

Die Lieder durften nur von Organist Maximilian Wolf gesungen werden – sein Instrument stand weit entfernt vom Geistlichen und der Gemeinde, die am Dienstag Assistentin Wagner und Küsterin Daniel-Freiburg bildeten. Die Kommunion wurde unter einer Stellwand mit Kunststoffscheibe gereicht; der Priester machte dabei sowie bei der von ihm selbst vorgenommenen Gabenbereitung viel Gebrauch vom Desinfektionsmittel.

„Es ist ein Moment, auf den wir einige Wochen gewartet haben. Wir dürfen wieder Messe zusammen feiern“, sagte Gemeindeassistentin Theresa Wagner. Die leeren Stühle im Integrationszentrum vermittelten jedoch einen gänzlich anderen Eindruck. Der Auftakt des Pastoralverbundes in der Beckumer Gemeinde sowie die künftigen Angebote waren öffentlich angekündigt worden, warum dennoch niemand an der Messe teilnahm, konnte sich Pastor Wilhelm Grothe nicht erklären.

Dennoch versuchte der Geistliche auf Anfrage zu relativieren: „Ich habe eine schwache Beteiligung erwartet, denn beim ersten Mal ist es immer schwierig. Aber ich rechne mit mehr Gottesdienstteilnehmern beim nächsten Mal.“ Der Auftakt für die katholischen Christen war jedenfalls um 8.30 Uhr gemacht, Küntrop folgte am Dienstagabend. Eine Sternwallfahrt am Pfingstmontag wird es in diesem Jahr im Pastoralverbund Balve-Hönnetal nicht geben.

Die Entscheidung haben die Verantwortlichen mittlerweile getroffen, nachdem zunächst verschiedene Alternativen geprüft worden waren. „Wir hoffen, eine Messe unter freiem Himmel feiern zu können“, hatte Elisabeth von Croy als Vorsitzende des Netzwerks Balve-Hönnetal noch Ende April gesagt. Das gesamte Team des Netzwerkes sei flexibel und werde auch kurzfristig alles daran setzen, dies möglich zu machen.

„Die Sternwallfahrt findet am Pfingstmontag nicht statt“, teilte Pastor Wilhelm Grothe nun aber am Dienstag auf Anfrage mit. „Stattdessen werden Gottesdienste in den Gemeinden angesetzt.“

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