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„Garbecker Markt“: Pächter vor zunehmenden Problemen

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Von: Julius Kolossa

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Karin Filmether und ihr Mann Frank Gebauer haben den Garbecker Markt seit fast zehn Jahren gepachtet.
Karin Filmether und ihr Mann Frank Gebauer sorgen sich um die Zukunft ihres Garbecker Marktes. © Kolossa, Julius

Eigentlich könnte im nächsten Mai das zehnjährige Bestehen des „Garbecker Marktes“ gefeiert werden. Doch das Pächter-Ehepaar Karin Filmether und Frank Gebauer hat mit zunehmenden Problemen zu kämpfen.

Balve - Eigentlich hatten sie schon eine kleine Jubiläumsfeier geplant, um mit dem Dorf das „Zehnjährige“ zu feiern, aber: „Ob wir uns aber bis dahin halten können, bezweifele ich“, sagte jetzt Karin Filmether, die das Geschäft gemeinsam mit ihrem Mann Frank Gebauer betreibt. Denn seit im August vom Energieversorger mitgeteilt wurde, dass der Strom nun 50 Prozent teurer werde, hat das Pächterpaar nur noch wenig Zeit zum Durchatmen.

Und dies liege nicht an den Öffnungszeiten, die seit einigen Jahren gleichgeblieben sind: „Wir haben montags bis freitags von 8 bis 18.30 Uhr, samstags von 8 bis 12.30 Uhr und sonntags von 8 bis 11 Uhr geöffnet. Dabei ist es nun aber so: Uns bleibt zu wenig zum Leben, und doch zu viel zum Sterben.“

Karin Filmether und ihr Mann haben bisher das Hochwasser und auch den Neubau der Dorfmitte überstanden. Filmether: „Ja, wir hatten wegen der Bauphase Umsatzeinbrüche, doch letztendlich war diese Zeit überschaubar. Und nach dem Hochwasser, das auch unseren Laden getroffen hat, half uns der Garbecker Hochwasserfonds.“

„Wollen den Markt erhalten“

Das Pächterpaar lässt nichts auf die Dorfbewohner kommen. „Sie stehen voll und ganz hinter unserem Laden. Deshalb wollen wir den Markt auch erhalten.“ Doch mit der Corona-Pandemie und dem Ukraine-Krieg als aktuellem Preistreiber für Energie und Lebensmittel hatten beide nicht gerechnet.

Jetzt muss umso mehr mit spitzem Bleistift gerechnet werden, wobei auch Gespräche mit Ortsvorsteher Christoph Haarmann und dem Ortsausschussvorsitzenden Alexander Schulte geführt wurden, um eine Lösung zum Erhalt zu finden. „Mit uns – oder aber ohne uns. Noch aber ist keine Entscheidung gefallen.“ Filmether und Gebauer hängen an ihrem „Garbecker Markt“, wissen aber auch, dass die Kaufkraft auch bei den Kunden schwindet. „Außerdem kommt es immer wieder vor, dass Ware nicht geliefert wird.“

Viele Probleme zu bewältigen

Es gibt viele Probleme, die es zu bewältigen gibt. Dafür stecken sie viel ihrer Zeit ins Geschäft. Beide sind dabei voll des Lobes über die Garbecker, die sie von Anfang an als Kunden unterstützten. Aktuell sei es aber so, dass nur noch wenig Gewinn abgeworfen würde.

„Wir werden aber weder in die Insolvenz, noch aber an unsere Altersvorsorge gehen“, bestätigten beide. Eventuell müssen die gelernte Einzelhandelskauffrau und der Großhandelskaufmann sich irgendwann selbst auf Stellensuche begeben. „Aber wir kämpfen vorerst weiter.“ Die Reißleine werde erst gezogen, wenn die Einnahmen noch weiter nach unten und die Kosten noch weiter nach oben gehen. „Noch aber wird bei uns eingekauft, noch trägt es sich.“

Von der Politik im Stich gelassen

Im Stich gelassen fühlen sie sich von der Politik. Frank Gebauer: „Ich wünsche mir schnelle und praktische Lösungen. Einmalige Zahlungen sind nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Wir brauchen eine dauerhafte Entlastung von den Energiekosten.“

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