Antrag mehrheitlich abgelehnt

Ortsumgehung Balve: Politik hält sich alle Optionen offen

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Die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses lehnten den Antrag mehrheitlich ab.

Balve – Keinen Erfolg hatte der vom Naturhistorischen Verein Hönnetal an den Haupt- und Finanzausschuss gestellte Antrag, Position gegen den geplanten zweiten Neubau-Abschnitt der Bundesstraße 229 zu beziehen, schon weit bevor das Projekt Ortsumgehung eigentlich konkret wird.

Die sechs Mitglieder der CDU stimmten dagegen, die beiden Mitglieder der Unabhängigen Wählergemeinschaft (UWG) enthielten sich, nur Cay Schmidt für die SPD stimmte dafür. 

Für den Verein ist die geplante Trasse, die auf knapp fünf Kilometern von der Kallerheim-Kurve in der Helle bis nach Langenholthausen führen und damit die Kernstadt vom Durchgangsverkehr entlasten soll, überflüssig. „Die Trasse ist weder notwendig noch nützlich. Sie bringt keine ökonomischen oder ökologischen Vorteile“, heißt es im Antrag des Vereins. Die bereits gut ausgebaute Kreisstraße 12 mit der Ortsumgehung Garbeck sei in Verbindung mit der Kreisstraße 11 von Garbeck nach Langenholthausen („Bauernautobahn“) die bessere Alternative zu dem rund 20 Millionen Euro teuren Neubauprojekt. „Der Ortskern Balve wird nicht vom Durchgangsverkehr abgeschnitten und die Ortschaften Langenholthausen und Küntrop werden verkehrlich entlastet“, begründet der Verein den Antrag weiterhin. Zudem stelle der geplante zweite Bauabschnitt eine massive Umweltbelastung dar. 

Erster Bauabschnitt noch in diesem Jahr?

„Ich schlage vor, Schritt für Schritt vorzugehen“, sagte Matthias Streiter von der CDU. Und das bedeute, zunächst die eventuell in diesem Jahr beginnenden Arbeiten für den ersten Bauabschnitt der B 229n zwischen Sanssouci und Helle abzuwarten. Die Entscheidung über den im Bundesverkehrswegeplan ausgewiesen zweiten Bauabschnitt, dem vordringliche Priorität beschieden wird, sollte dann noch einmal neu diskutiert werden. 

„Dieser Neubau steht noch nicht an“, sagte auch Lorenz Schnadt von der UWG. Für Heinrich Stüeken bewegen sich die Eingriffe in die Natur „noch im Grenzbereich“. Allerdings hatte der UWG-Politiker vielmehr das Wohl der Anwohner an der Kormke im Blick. Diesen sei der Verkehr auf Dauer nicht zuzumuten. Stüeken plädierte für eine vernünftige Verkehrsführung und eine vernünftige Anbindung der B 229. 

Bürgermeister überrascht

Dass dieser zweite Bauabschnitt der Ortsumgehung Balve bereits jetzt bekannt gegeben wurde, sorgte für Erstaunen bei Bürgermeister Hubertus Mühling (CDU): „Das geschah zu unser aller Überraschung ohne das Wissen und Zutun der Stadt.“ Diese müsse vielmehr bei diesem Vorhaben gehört werden.

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