Orientierungshilfe im Dschungel der Berufe

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Die Klasse 8 b der Hauptschule hat sich bereits im BIZ-Mobil informiert. Die 13-jährige Sina Volmer (rechts) nutzte beispielsweise die Gelegenheit, herauszufinden, welche Berufe es im Bereich Sport gibt. ▪

BALVE ▪ Seit Freitag haben Jugendliche in Balve wieder Gelegenheit, sich im Schulzentrum Am Krumpaul über ihre beruflichen Möglichkeiten zu informieren. Das BIZ-Mobil der Bundesagentur für Arbeit macht für eine Woche in der Aula Station und bietet den jungen Leuten, aber auch allen anderen, die vor einer beruflichen Entscheidung stehen, eine Fülle von Informationen über Ausbildungsberufe und -wege, Studium, Weiterbildung und Umschulung.

Vorrangig soll das mobile Berufsinformationszentrum jedoch die Jugendlichen der Haupt- und der Realschule ansprechen, die sich bereits im Unterricht auf die anstehende Berufswahl vorbereitet haben. „Die Berufswahlvorbereitung beginnt für unsere Schüler bereits in der achten Klasse, und da ist ein Besuch des BIZ-Mobils ein fester Bestandteil“, sagt beispielsweise die Leiterin der Hauptschule, Ulrika Scholder. Auch ihr Kollege, Realschulleiter Wilhelm Boege, sieht im BIZ-Mobil eine gute Gelegenheit für Schüler, einen Ausbildungsberuf für sich zu finden, ohne eine spätere Weiterqualifizierung aus den Augen zu verlieren. „Schulabgänger sollten ruhig den Mut haben, eine Berufsausbildung zu beginnen, denn das Abitur ist nicht alles“, sagt Boege, der befürchtet, dass durch das unbedingte Streben Reifezeugnis der Wirtschaft „einige gute Leute durch die Lappen gehen“.

Auch Berufsberater Helmut Unnasch, der die Balver Schulen seit vielen Jahren betreut, betont, dass nicht jeder Weg direkt zum Ziel führt. Er kennt den Balver Ausbildungsmarkt und sieht auch in Zukunft gute Chancen für Schulabgänger, einen Ausbildungsplatz zu ergattern. „Die Situation ist in Balve vergleichsweise gut. Viele Betriebe bieten hier Ausbildungsplätze an und geben auch schwächeren Schülern eine Chance – wenn die zeigen, das sie motiviert sind“, weiß Unnasch. Und falls es mit einer betrieblichen Ausbildung einmal nicht sofort klappt, biete die Bundesagentur für Arbeit den jungen Leuten alternative Möglichkeiten. „Wir versuchen, niemanden im Regen zu stehen zu lassen“, versichert der Berufsberater und nennt die überbetriebliche Ausbildung als eine Möglichkeit für Jugendliche ohne Ausbildungsplatz. Dahinter verbirgt sich eine vollwertige Berufsausbildung, allerdings ist die Ausbildungsvergütung geringer als in der freien Wirtschaft. „Es gibt viele Möglichkeiten, aber die Schüler müssen variabel sein“, betont Unnasch, der allein in diesem Jahr zwischen 40 und 50 Balver Schülern einen Ausbildungsplatz vermittelt hat.

Die Klasse 8 b der Hauptschule hat das BIZ-Mobil gestern bereits genutzt. Die Mehrzahl der 25 Schüler hatte noch keine Vorstellung, wie es für sie nach der Schulentlassung in zwei Jahren einmal weitergehen soll – wie zum Beispiel die 14-jährige Laura Hartmann, die auch noch keine Vorstellung von ihrer beruflichen Zukunft hatte. Mit ihrer Freundin Christina Miglanz hatte sie vor dem BIZ-Computer Platz genommen und klickte sich nun durch das interaktive Beratungsprogramm, das ihre Stärken und Schwächen, Interessen und Neigungen abfragte. Auch Christine Miglanz war noch unsicher, was einmal aus ihr werden soll. „Irgendetwas, das mit Menschen oder Tieren zu tun hat“, hatte die 13-Jährige nur eine vage Vorstellung.

Für die ebenfalls 13-jährige Sina Volmer dagegen steht schon fest, dass sie später einmal „irgendetwas mit Sport“ machen will. Trotzdem nutzte auch sie gestern das BIZ-Mobil, um herauszufinden, welche Möglichkeiten es da gibt. Der richtige Weg, wie Berufsberater Unnasch meint, denn oftmals sind Schüler zu sehr auf einen bestimmten Beruf fixiert und übersehen dabei weitere Möglichkeiten. Die Vielfalt der Berufe in den Blick zu nehmen, auch dabei hilft das BIZ-Mobil. ▪ vg

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