97 organisierte Landwirte

Der neue Vorstand des Landwirtschaftlichen Ortsverbandes Balve rund um den Vorsitzenden Hubert Saue (5. von rechts) ist gut für die Zukunft aufgestellt.

BALVE ▪ „Die Landwirtschaft hat große Verantwortung für die Zukunft. Wir Balver werden uns dieser stellen“, blickte Hubert Sauer, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Ortsverbands Balve im Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband, auf der Jahreshauptversammlung am Dienstag nach vorne. Von Julius Kolossa

Zuvor hatte sich der Vorstand, wie im Drei-Jahres-Turnus vorgesehen, komplett zur Wahl gestellt. Bestätigt wurde der Vorsitzende Sauer, sein Stellvertreter Conrad Albersmeier, Kassenwart und Schriftführer Martin Schwartpaul-Hermes, die Beauftragte für Öffentlichkeitsarbeit Sabine Mühlhoff und der Beauftragte für Milch, Frank Hötger. Neu im Amt ist Wilfried Gerken als Beauftragter für Nebenerwerbslandwirte (vorher: Heinz Vielhaber).

Bestätigt wurden die Ortsvertrauensleute Heribert Bongard (Mellen), Hubert Cordes (Balve), Clemens Gödde (Langenholthausen), Albert Iken (Garbeck), Heiner Lübke (Beckum) und Alfred Reinken (Volkringhausen).

Dem Ortsverband gehören aktuell 97 Mitglieder an, für die Referent Dr. Gunnar Teske, Berater des Archivamtes für Westfalen, „vom Wert alter Papiere – zum Umgang mit Hofarchiven“ berichtete. Unterlagen wie Urkunden, Fotos, Tagebücher, Briefe und sonstige Aufzeichnungen können sich als wertvoll erweisen: „Hofgeschichte ist Familiengeschichte und Familiengeschichte ist Hofgeschichte.“ Er gab Hinweise zur Ordnung und Aufbewahrung und wies darauf hin, dass es im Archivamt (Jahnstraße 26 in Münster, 02 51 / 5 91 33 78) weitere Hilfen gebe.

„Stoppt den Flächenfraß“, laute die Aufgabe für die Zukunft, wie sie von Günter Buttighofer, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes MK, formuliert wurde. In den vergangenen 15 Jahren seien in NRW 909 Quadratkilometer landwirtschaftliche Fläche vernichtet worden: „Jeden Tag gehen 17 Hektar verloren.“ Er riet dazu, auch die 40 000 Hektar Brachflächen zu nutzen sowie einen Flächenpool einzurichten, in dem über den Leerstand und das Baulückenkataster informiert werde.

Aktuell auf Tour ist die „Flächenverbrauchsuhr“, die anzeigt, dass in jeder Sekunde zwei Hektar verloren gehen, Landwirte können mit Schildern auf diese Situation aufmerksam machen und sich an einer Unterschriftenaktion beteiligen.

Weitere Themen waren an diesem Abend der Tierschutz und die vom Geschäftsführer des Kreisverbandes, Ludwig Krämer, geplante Agrarpolitik von 2014 bis 2020. Auch für die heimische Landwirtschaft seien Einschnitte vorgesehen.

Aufgrund der Satzungsänderung für den Kreisverband seien nun auch außerordentliche Mitgliedschaften für Ehe- und Lebenspartner, Jungmitglieder (bis 35 Jahre), Altenteiler und fördernde Mitglieder möglich.

Im Landesverbandsausschuss sind aufgrund der neuen Regelung – „pro 500 Mitglieder ein Delegierter“ – nun mit dem Kreisverbandvorsitzenden, seinem Stellvertreter und einem weiteren Stellvertreter drei Stimmberechtigte vor Ort.

Noch unsicher ist die Zukunft der Geschäftsstelle in Lüdenscheid. Im Düsseldorfer Ministerium wird weiter nach einem entsprechenden Konzept gesucht. Dr. Friedrich-Wilhelm Lütgemüller, Geschäftsführer der Kreisstellen Märkischer Kreis/Ennepe-Ruhr, Ruhr-Lippe: „Zwar können wir in diesem Jahr keinen ausgeglichenen Haushalt vorlegen, aber dies hat keine Auswirkungen auf die Arbeit.“

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