Facebook und Co. sind ideale Kataloge für Täter

Oberkommissar Uwe Kunold (re.), hier mit Lehrer Philipp Fischer, informierte über die Gefahren beim Chatten.

BALVE ▪ Facebook, ICQ und Knuddels sind ideale Kataloge für Täter, wissen die Schülerinnen und Schüler der 6. Realschul-Klassen. Ihr Stundenplan wurde in dieser Woche um das Fach „Gefahren im Netz“ ergänzt, zu einem Informationsabend wurden auch die Eltern eingeladen.

Kriminaloberkommissar Uwe Kunold versuchte, den Schülern zu vermittelten: „Im Internet sind alle anonym, und nicht alles stimmt, was im Chat „geredet“ wird.“ Kunold berichtete, dass zum Beispiel die Jugendliche „Gipsy24“ sehr schnell Bekanntschaft mit Männern machte, die ihr eindeutige Angebote unterbreiteten – der Polizeibeamte selbst war es, der sich diesen „Nickname“ in einem sozialen Netzwerk gegeben hatte.

„Es war ganz einfach; keine meiner Angaben bei meiner Anmeldung war überprüft worden“, teilte er am Mittwoch den Eltern mit, die zum Infoabend in die Schule gekommen waren.

Was anfangs wie ein Spaß wirkte – sich mit fremder Identität auszugeben – sorgte spätestens dann für ernste Gesichter, als von den männlichen Chatpartnern sehr persönliche Fragen direkt nach der Begrüßung gestellt wurden. Uwe Kunold: „Was hier so einfach aussieht, ist es auch: keiner weiß, mit wem er chattet.“

Und weil bei Facebook und anderen Netzwerken so viele Fotos und persönliche Daten eingestellt seien, würden Tätern sehr schnell auf der Suche nach Opfern fündig.

Umso wichtiger sei es daher, dass Schüler, aber auch ihre Eltern, über die Gefahren, die das Internet mit sich bringt, informiert würden. Jedes Jahr wird der 6. Jahrgang der Realschule daher vom Kommissariat Kriminalprävention/Opferschutz im Märkischen Kreis besucht, um den Schülern bei den Schritten ins Internet behilflich zu sein.

Die Sechstklässler zeigten sich nach der Infowoche jedenfalls sehr beeindruckt: „Sie wollten ihre ins Internet gestellten Bilder und Dateien löschen“, so Philipp Fischer, Klassenlehrer der 6b. Nachdenklich waren am Mittwoch auch die Eltern. Beiden hatte Uwe Kunold mit auf den Weg gegeben: „Offenheit und Ehrlichkeit schaden nicht.“ - Julius Kolossa

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