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Nur noch zum Schützenfest in Balve: Hubert Willecke verlässt Hönnestadt nach 37 Jahren

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Von: Julius Kolossa

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Vorgänger und Nachfolger: Hubert (rechts) und Ingrid Willecke (2.v.l.) machen mit ihrer Physiotherapiepraxis in Balve Schluss und ziehen um an die Mosel. Die Nachfolge treten Sandra Kischitzki und Henk Bucher an.
Vorgänger und Nachfolger: Hubert (rechts) und Ingrid Willecke (2.v.l.) machen mit ihrer Physiotherapiepraxis in Balve Schluss und ziehen um an die Mosel. Die Nachfolge treten Sandra Kischitzki und Henk Bucher an. © Kolossa, Julius

„Mit Norbert Blüm fing alles an“, erinnert sich Hubert Willecke. Der 64-Jährige begann seine Selbstständigkeit als Physiotherapeut in Balve 1985.

Damit machte sich Willecke genau in dem Jahr selbstständig, als Blüm als Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung im Kabinett Kohl seine erste Gesundheitsreform initiierte. „Danach folgten viele weitere Reformen, deren Anordnungen wir im Praxisbetrieb umsetzen mussten.“

Damit ist für Hubert Willecke jetzt Schluss, denn nach 37 Jahren als Physiotherapeut in Balve ist er jetzt im Ruhestand. Den letzten Arbeitstag hatte der 64-Jährige am Donnerstag, anschließend wurde mit dem Praxisteam noch kräftig gefeiert. „Anfangs war ich an der Hönnetalstraße, ab 1989 dann im Drostenhaus“, blickt Willecke auf sein Arbeitsleben zurück.

Balver sind „nett und aufgeschlossen“

Der gebürtige Stockumer (Sundern) wurde mit seiner Familie aber auch privat schnell in Balve heimisch. „Die Menschen sind nett und aufgeschlossen“, beschreibt er die Hönnestädter.

Der erste berufliche Kontakt nach Balve vor 37 Jahren kam durch Dr. Tschöpe zustande. „Davor war ich in Mittenwald in Oberbayern und auch an der Nordsee“, nutzte Willecke seinerzeit die Gunst der Stunde. Dabei hatte er schon einiges an beruflicher Erfahrung vorzuweisen: „Nach meiner Ausbildung zum Orthopädiemechaniker wurde ich im weiteren Verlauf Masseur und später dann Physiotherapeut.“

Das Schöne an seinem Beruf: „Die Welt wird besser für die Menschen nach den Behandlungen.“ Promis habe er nicht behandelt: „Jeder Balver und auch Patienten aus den Ortsteilen und anderen Städten waren mir genauso wichtig.“ Seine Ehefrau Ingrid, ausgebildete Fitnesstrainerin, stand ihm all die Jahre als Geschäftsführerin zur Seite, außerdem sein aus 14 Fachkräften bestehendes Team. Einen Termin allerdings absolvierte Hubert Willecke alleine: „Als vor 14 Jahren der Staffellauf von Beckum in die französische Partnerstadt Roussay stattfand, war ich als Betreuer und auch als Läufer mit dabei.“ 1000 Kilometer wurden in einer Woche von 25 Läufern zurückgelegt. „Passiert ist nichts – alle kamen wohlbehalten ins Ziel.“

Engagement für die katholische Gemeinde

Diese besondere Herausforderung sei für ihn wichtig gewesen. Ebenso sein Engagement für die Katholische Gemeinde St. Blasius in Balve, für die er viele Jahre im Pfarrgemeinderat und im Kirchenvorstand die Geschicke mitbestimmt hat. „Jetzt beginnt für meine Frau und mich ein neuer Lebensabschnitt in der Nähe meiner Tochter in Rheinland-Pfalz.“ Deswegen verlassen die Willeckes auch Balve und ziehen an die Mosel. „Wir sind die Strecke schon einmal mit dem Fahrrad abgefahren“, erzählt Ingrid Willecke. „Die 500 Kilometer in einer Woche haben uns Spaß gemacht.“ In ihrer neuen Heimat wollen sich beide viel mit dem Rad fortbewegen, aber auch den neuen Garten gestalten. „Zum Start in meinen Ruhestand wurde mir ein Imkerkurs geschenkt“, stellt Hubert Willecke ein weiteres potenzielles Hobby vor. „Und ab und an werde ich noch weiter Physiotherapie machen.“

Gefeiert wird mit der 3. Kompanie

Balve bleibt bei all dem nicht außen vor: „Zum Schützenfest nehme ich mir hier eine Ferienwohnung, feiere mit meiner 3. Kompanie mit.“

Seine Praxis hat er derweil an eine neue Leitung übergeben. Henk Bucher (31) aus Menden-Halingen hat sich bereits als Nachfolger eingelebt. Bucher, ausgebildeter Physiotherapeut, sagt: „Ich habe neue Leute ins Team integriert, übernehme das bisherige Konzept, werde dieses aber um Schmerztherapie und ganzheitliche Anwendungen erweitern.“ Geschäftsführerin ist Sandra Kischitzki. Seit fünf Jahren ist Bucher selbstständig; seinerzeit ist er mit einer Praxis in Hagen gestartet, die auch weiterhin erhalten bleiben soll. „Hubert Willecke hat mir den Übergang in Balve erleichtert“, sagt er zum Abschied.

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