Notarzt-Versorgung am Tag ist wieder gewährleistet

Martin Gruschka und Ingo Jackschies informieren über die neue Notarztregelung in der Stadt Balve.

Balve - „Balve hat ab Dienstag wieder einen Notarzt“, gab Ingo Jackschies am Montagabend im Pfarrheim bekannt. Tagsüber sei die medizinische Notfallversorgung nun wieder gewährleistet, berichtete der Geschäftsführer des Gesundheitscampus Sauerland. Die 80 Teilnehmer der Veranstaltung bedankten sich mit Beifall für diese Nachricht.

Von Julius Kolossa

Die Ärzte Dr. Maria Gerken, Paul Stüeken und Dr. Gregor Schmitz sowie zwei Mediziner aus Unna würden die notärztliche Versorgung nach Dienstplan täglich von 8 bis 18 Uhr gewährleisten. „Der Rettungswagen fährt bei ihren Praxen vorbei und nimmt sie zum Einsatz mit“, erläuterte Jackschies.

„Perspektiven der medizinischen Versorgung in Balve“ lautete das Thema dieser Veranstaltung, in deren Rahmen die Gesundheitscampus-Gesellschafter Jackschies und Martin Gruschka nach einem kurzen Rückblick auf Entwicklungen hinwiesen, die demnächst eine ambulante Versorgung im ehemaligen St. Marien-Hospital gewährleisten sollen. Martin Gruschka meinte: „Etwa 90 Prozent des Inventars sind noch vorhanden, und auch die Chirurgie ist nach der Reinigung und Desinfektion sofort wieder nutzbar.“ So könnten interessierte Ärzte mit geringem Investitionsaufwand ihre Arbeit aufnehmen. „Sie sollen hier ihr Geld verdienen und ihre Freude an Balve haben“, so Jackschies. Miet- und Pachteinnahmen von allen Stationen seien aber zu gering, um das Campus zu tragen, alleine die Stromkosten betragen demnach 70 000 Euro pro Jahr. Deshalb machte Jackschies eine andere Rechnung auf: „Wir werden uns über die Belegung der 25 Patientenbetten finanzieren.“ Mit dem Land stünden Gespräche über eine „Praxisklinik“ auf der Agenda. In dieser Einrichtung sollen sich beispielsweise frisch Operierte einige Tage von dem Eingriff erholen können. Auch Pflegebedürftige könnten hier untergebracht werden, so die Überlegung.

Grundlage für die Zukunft des Hauses werde das „Medizinische Versorgungszentrum“ sein, dass die Internisten Dr. Jürgen Schmitz und Dr. Hans-Christoph Hautkappe gemeinsam mit einem Kardiologen und einer Gastroenterologin aus Unna gründen wollen. Zwei HNO-Ärzte hätten ihre Beteiligung zugesagt – ein ambulanter Pflegedienst („MobiDoc“) werde sein Büro im Erdgeschoss beziehen. Aktiv ist schon ein Podologe, und in der nächsten Woche sollen abschließende Gespräche mit dem Klinikum Arnsberg über eine Kooperation mit der neurologischen und psychiatrischen Abteilung geführt werden (wir berichteten).

Interesse am Gesundheitscampus hätten zudem ein Onkologe und Gynäkologe bekundet. Schwierig erweise sich die Suche nach einem Urologen. Ingo Jackschies: „Ein Augenarzt wird ambulante Operationen vornehmen.“ Zurzeit würden die Zimmer für die Pflege und die Wohngruppen farblich gestaltet: „Ende März werden wir einen Tag der offenen Tür für das gesamte Haus veranstalten,“ kündigte Jackschies an. Eventuell leite dann die Bäckerei Tillmann auch bereits das im Erdgeschoss geplante Café. Dass dieses zukünftig gut besucht sein werde, betonte Jackschies: „Uns liegen Anfragen nach Seminaren und auch Yoga-Kursen vor, die im Campus stattfinden sollen.“

Kernsanierung oder Abriss mit Neubau – in Sachen Schwesternheim ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. Am Montag aber erfolgte das Schlusswort nach einer knappen Stunde. Mit nach Hause nahmen die Teilnehmer, dass sich einiges bewegt. Und, dass in drei Wochen der Vertrag zur Gründung der Gesundheitscampus Sauerland GmbH & Co. KG von der gemeinnützigen Gesellschaft, der Bürgergesellschaft und der Bürgerstiftung unterzeichnet werden soll.

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