Nostalgie beim Geburtstag der Hönnetalbahn

Groß war der Andrang am Bahnhof Binolen zum 100. Geburtstag der Hönnetalbahn.

BINOLEN ▪ Bei Kaiserwetter strömte eine wahre Besucherflut ins Hönnetal, um dem Familienfest zum 100-jährigen Jubiläum der Hönnetalbahn beizuwohnen. Zentrum des Streckenfestes waren das historische Bahnhofsgebäude Binolen, das Domizil der Eisenbahnfreunde Hönnetalbahn, und natürlich das gesamte Areal des schmucken Bahnhofs, wo ein buntes Rahmenprogramm Jung und Alt allerlei Kurzweil boten.

Die Kinder hatten ihren Spaß mit Clown Aki und Stelzenläuferin Jennifer von den „bunten Socken“ aus Witten, beim Stationslauf im neuen Güterschuppen, wo es kleine Andenken zu gewinnen gab oder bei Fahrten auf der Draisine Floh und der elektrischen Fünf-Zoll-Eisenbahn.

Auf der Showbühne präsentierten die „Bajazzos“ vom Bahnsozialwerk Osnabrück peppige Popmusik und das Biebertaler Alphorn-Trio brachte Hochgebirgs-Feeling ins Hönnetal.

Zwischendurch erfreuten die Ponderosa-Dancers mit amerikanischen Tänzen. Dazu konnten Ausstellungsstücke des Eisenbahnmuseums Dieringhausen besichtigt werden oder Sonderbriefumschläge mit Sonderstempel beim Phila-Club Balve beziehungsweise dem Stand der Deutschen Post erstanden werden.

Ein Flohmarkt sowie Verkaufsstände mit Eisenbahnutensilien sowie ein großer Kaffee- und Kuchenbasar rundeten das Angebot ab. Zudem gab es als weitere Attraktion Miniaturdampfmaschinenvorführungen. Thomas Röding von den Bahnfreunden MK Iserlohn-Hemer hatte seine Groß- und Gartenbahn mitgebracht, wo fünf Züge auf fünfundzwanzig Gleismetern eifrig ihre Runden drehten.

Im Postwaggon begeisterte die Ausstellung „100 Jahre Hönnetalbahn“. Zu sehen gab es dort Module aus der Modellanlage der Eisenbahnfreunde Hönnetalbahn, historische Bild- und Zeitdokumente sowie weitere Exponate aus der Geschichte der Bahn und ein Stellwerk aus dem Jahre 1912.

Im Stundentakt fuhren die historischen Sonderzüge in Binolen ein, proppenvoll und echte Hingucker. So verkehrten auf der Strecke Fröndenberg-Neuenrade die vier Motorwagen des Fördervereins Schienenbus e. V. Menden. Mit über fünfzig Jahren auf dem Buckel auch schon echte Schätzchen. Die Dieselloks der Serien V 65 001 beziehungsweise 212 007 der Eisenbahnfreunde aus Osnabrück waren kurzfristig in die Bresche gesprungen: Die ursprünglich angesagte Dampflok „Lady of Bismarck“ lag mit einem Kesselschaden in ihrem Schuppen in Gelsenkirchen fest.

Star unter den Pendelzügen jedoch war die Dampflok Waldbröl, die im Eisenbahnmuseum Dieringhausen ihr zu Hause hat. Ölig matt glänzt das schwarze Prachtstück in der Sonne, als es kurz nach zwölf aus dem Binoler Tunnel in den Bahnhof einrollt. Dicker, brauner Qualm steigt aus dem Schornstein der Lokomotive auf – Eisenbahnnostalgie pur.

Wem all das nicht reichte, der konnte auf den historischen Draisinen „Floh“ oder der Handhebeldraisine mitfahren. Letzteres bereitete den Teilnehmern eine Mordsgaudi bei Einsatz aller Muskelkraft.

Von Ulrich Töpel

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