(Noch) kein schnelles Internet für Wohngebiete

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Das Gewerbegebiet Braukessiepen soll mit Highspeed-Internet versorgt werden, die Wohngebiete in Garbeck und Höveringhausen dagegen (noch) nicht.

GARBECK ▪ Das Gewerbegebiet Braukessiepen wird nach langem Warten jetzt endlich mit einer schnellen Internetverbindung versorgt. Die Bauarbeiten dafür sind in vollem Gange. Privathaushalte in Garbeck werden nach Informationen des Osnabrücker Internet-Unternehmens Fastline davon aber nicht profitieren.

Wie Fastline auf seiner Internetseite vermeldet, wird die Telekom die Breitbandversorgung nur für das Gewerbegebiet realisieren, während sich die Einwohner von Garbeck – und nach Informationen des Süderländer Volksfreunds auch die von Höveringhausen – weiterhin mit langsameren DSL-Verbindungen begnügen müssen. Die Verlautbarung der Stadt Balve, dass auch Garbeck von der Breitbandversorgung des Gewerbegebietes profitieren werde, habe die Telekom dementiert, so Fastline.

Den Unternehmern des Garbecker Gewerbegebietes dürfte die Versorgung mit schnellem Internet indes höchst gelegen kommen, wie auch Fastline urteilt: „Selbstverständlich ist DSL heute ein wichtiger Standortfaktor für Unternehmen, sodass ein DSL-Anschluss im Gewerbegebiet auch unbedingt von Nöten ist. Die Telekom möchte hier Übertragungsraten von 6 bis circa 16 Mbit/s ermöglichen. Eine durchaus akzeptable Bandbreite, ohne die moderne Unternehmen heute nahezu nicht mehr arbeiten können.“

Ein weiterer Ausbau des Glasfasernetzes und eine Einbeziehung der Privathaushalte von Garbeck sei derzeit kein Bestandteil des Plans der Deutschen Telekom, meldet Fastline weiter. Allerdings sei mit dem Anschluss im Gewerbegebiet zumindest einmal der Anfang geschaffen, von dem aus das Netz theoretisch weiter ausgebaut werden könnte. Wann, wie und ob dies geschehen wird, stehe derzeit aber noch in den Sternen. Die Deutsche Telekom jedenfalls rechne für eine Erweiterung auf das gesamte Gemeindegebiet mit einem erheblichen technischen wie finanziellen Aufwand.

Die Erschließung der Wohngebiete könnte sich somit noch über längere Zeit ziehen. „Der Unmut in der Bevölkerung über den DSL-Anschluss, der nun doch nicht kommen soll, ist selbstverständlich groß“, so das Osnabrücker Unternehmen, für das dieses Verhalten der Telekom nicht neu ist. „In vielen Regionen Deutschlands sind die Gemeinden auf den Goodwill der Internetanbieter, allen voran der Deutschen Telekom, angewiesen. Denn gerade kleinere Gemeinden haben es schwer, die DSL-Provider davon zu überzeugen, in der jeweiligen Gemeinde zu investieren. Schließlich lohnt es sich für diese nicht immer, da aufgrund der dünnen Besiedelung einiger Regionen die Investitionen auch nur mageren Gewinnaussichten gegenüberstehen“, so die Einschätzung von Fastline. ▪ vg

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