Realschule Balve

Nicht alle Schüler finden Platz für ein Betriebspraktikum

Bei Bültmann konnten Balver Realschüler ein Praktikum absolvieren (von links): Max Goeke, Lehrer Olaf Weber, Eric Wittschier, Mentor Christopher Bohr, Joel Mertens, Benjamin Scholz, Azubi Paul Schneider und Chefin Petra Bültmann-Steffin.
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Bei Bültmann konnten Balver Realschüler ein Praktikum absolvieren (von links): Max Goeke, Lehrer Olaf Weber, Eric Wittschier, Mentor Christopher Bohr, Joel Mertens, Benjamin Scholz, Azubi Paul Schneider und Chefin Petra Bültmann-Steffin.

Die Neuntklässler der Balver Realschule haben jetzt ein Praktikum absolviert. Allerdings gab es nicht für alle einen Platz in einem Unternehmen, die Schule musste improvisieren.

Balve – Max Goeke aus Beckum ist in seinem Element. Bei der Firma Bültmann darf der 15-jährige Realschüler der Klasse 9c seine ersten Schritte als Industriemechaniker versuchen. Max macht sich dabei gerne die Hände dreckig, wenn es darum geht, Ventilblöcke zu montieren. Bei der Arbeit steht ihm Paul Schneider, Auszubildender im ersten Lehrjahr, zur Seite. „Zunächst müssen Werkzeuge und Maschinen kennengelernt werden, bevor es an die ersten Arbeiten geht“, gibt der Auszubildende dem Praktikanten die Richtung vor. Und dieser fühlt sich wohl: „Ich arbeite gerne mit Metall.“

Während Max in der Konstruktionshalle tätig ist, sind im Büro seine Mitschüler Joel Mertens (9c) und Eric Wittschier (9b) dabei, Maschinenteile am Computer zu konstruieren. „Zu Hause konstruiere ich auch gerne, und habe am 3-D-Drucker schon ein Scharnier für einen Deckel ausgedruckt“, erzählte Joel.

Für Eric ist der PC-Arbeitsplatz bei der Firma Bültmann dagegen die erste Möglichkeit, auf diese Weise kreativ zu werden. „Das könnte durchaus ein Beruf für mich sein“, könnte sich der 16-Jährige aus Neuenrade vorstellen, hier eine Bewerbung als Technischer Produktdesigner abzugeben.

Schüler Max Goeke aus Beckum lässt sich von Bültmann-Azubi Paul Schneider anleiten

Hinter den drei Realschülern liegen zwei Wochen, die sie als Praktikanten verbracht haben. „Es geht nicht alles nur online“, sagte Olaf Weber, Lehrer und einer von drei Studienberufsorientierungsberater an der Schule am Krumpaul. „Man muss auch mal Holz oder Metall festhalten können, oder aber Arbeitstage im Büro mit Kollegen erleben.“

72 Schüler der drei 9. Klassen waren es in diesem Jahr, für die ein zweiwöchiges Praktikum auf dem Stundenplan stand. Doch zu Zeiten der Corona-Pandemie ist alles anders: Während Praktika normalerweise vor Ostern stattfinden, sind diese auf das Schuljahresende verschoben worden.

„Manche Betriebe waren sich unsicher in dieser Pandemie und wollten leider keine Schüler aufnehmen, so dass sechs Neuntklässler in der Schule an Projektwochen teilnehmen müssen“, sagt Weber. Während diesen ein direkter Einblick in die Berufswelt entging, erhielten sie in der Realschule Einblicke von Experten in die Holz- und Metalltechnik, aber auch in das Verfassen von Bewerbungen und das Verhalten bei Vorstellungsgesprächen.

Lehrer Olaf Weber könne sich aber grundsätzlich auf die Partnerbetriebe wie Bültmann oder die Goldbäckerei Grote verlassen. „Grote hat kurzfristig sechs weiter Praktikanten aufgenommen.“

Mit den drei ihnen zur Verfügung gestellten Praktikanten war Petra Bültmann-Steffin, Geschäftsführerin bei Bültmann, zufrieden. „Sie machen sich gut.“ Dies bestätigten auch deren Mentoren Paul Schneider in der Konstruktionshalle und Christopher Bohr im Büro. „Das ist eine große Chance“, fasste Realschullehrer Weber für die Schüler zusammen. „Gebt mit Euren Leistungen im Praktikum eine gute Visitenkarte ab, wenn Ihr Euch demnächst hier bewerben wollt.“

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