Obwohl Material fehlt

Neues Pfarrheim in Balve: Rohbau soll im Spätherbst stehen

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Die Fassade des alten Küsterhauses ist mittlerweile saniert. Jetzt ruhen die Arbeiten allerdings, weil Material fehlt. Die eigentlichen Arbeiten zum Neubau des Pfarrheims sollen ebenfalls in Kürze starten.

Balve – Ruhig ist es geworden auf der Pfarrheim-Baustelle der Gemeinde St. Blasius am Dechant-Löcker-Weg in Balve.

„Es fehlt Material“, sagte Kirchenvorstandsmitglied Ludger Terbrüggen im Gespräch mit der Redaktion. 

Denn nachdem Anfang April der Kanal des alten Küsterhauses saniert wurde, rückte das Unternehmen wieder ab. „Wir warten auf die speziell angefertigten Steine für die Winkelelemente der Rampe, die angelegt werden soll, um das Küsterhaus künftig barrierefrei erreichen zu können“, erläuterte Terbrüggen. Dies sollte eigentlich „schon passiert“ sein, doch dann stand wegen des Coronavirus auch in dem mit den Arbeiten beauftragten Unternehmen der Betrieb still. Ludger Terbrüggen: „Jetzt wird mit einer Lieferung in der ersten Juniwoche gerechnet.“ Etwa drei Wochen seien für den Bau veranschlagt. 

Angebote werden gesichtet

„In dieser Woche sichten wir mit dem Generalvikariat des Erzbistums Paderborn als zustimmungspflichtigem Gremium für den Neubau des Pfarrheims die eingegangenen Angebote auf die Ausschreibungen“, stellte Terbrüggen das weitere Vorgehen vor. „Es wird mit spitzem Bleistift verglichen, damit das Finanzvolumen in Höhe von zwei Millionen Euro auch eingehalten wird.“ Und dann soll es endlich vorangehen mit dem Neubau: „Im Spätherbst dieses Jahres soll der Rohbau stehen.“ Denn das Projekt zieht sich mittlerweile über einen Zeitraum von mehr als zehn Jahren. 

Ab 2008 steckte der Kirchenvorstand der St.-Blasius-Gemeinde zunächst viel Zeit und Arbeit in die Idee, das mittlerweile abgerissene Altgebäude (Baujahr: 1962), umfangreich energetisch sanieren und umbauen zu lassen. Vor sieben Jahren empfahl das Generalvikariat in Paderborn jedoch einen Abriss und Ersatzneubau an selber Stelle, um ein in sich stimmiges Gesamtensemble mit Kirche und Kirchplatz entstehen zu lassen. 

Kostenrahmen um eine Million Euro überschritten

2014 resultierte daraus ein Architektenwettbewerb, an dem sich neun Büros beteiligten. Im Mai 2015 ging „Banz + Riecks“ aus Bochum als Sieger daraus hervor. Ziele waren damals, den Kostenrahmen von einer Million Euro nicht zu überschreiten und die Einweihung 2017 vornehmen zu können. Weil aber der Siegerentwurf das Budget um mehr als eine Million Euro überschritt, mussten alle weiteren Überlegungen zurückgestellt werden. Denn die Balver hätten vom Erzbistum Paderborn nur 50 Prozent als Zuschuss für den Neubau bekommen. 

Der Kirchenvorstand machte sich in Absprache mit dem Generalvikariat als übergeordnete Stelle und vor allem als Geldgeber an die Planungen für einen kleineren Neubau. Weniger Platz wird benötigt, weil das Pastorale Zentralbüro inzwischen seine Räume am Kirchplatz 5 bezogen hat. Der Neubau wird auch dadurch ermöglicht, dass Paderborn jetzt 75 Prozent der Kosten übernimmt. De-Cent-Laden und Pfarrarchiv werden in dem zweigeschossigen Neubau wieder ihren Platz finden; auch Veranstaltungen sind dann wieder möglich. 

Altes Küsterhaus hat neue Fassade

Das um 1850 erbaute alte Küsterhaus blieb nach dem Abriss des alten Pfarrheims planmäßig stehen – das ursprüngliche Vorhaben, sofort mit der Isolierung des feuchten Mauerwerks und der Kanalsanierung zu beginnen sowie eine Rampe für den barrierefreien Zugang anzulegen, wurde jedoch vom Denkmalamt abgelehnt, weil die Verantwortlichen dort noch Abstimmungsbedarf sahen. Das erste Ziel dieses großen Bauprojekts, das alte Küsterhaus, in dem einst Balves Ehrenbürger Theodor Pröpper gewohnt hat, zu erhalten, ist mittlerweile jedoch zumindest erreicht.

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