Black Metal in der Höhle

1300 Fans rücken eng zusammen

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Voller Körpereinsatz, gepaart mit anspruchsvoller Musik – und das ganze in der einzigartigen Atmosphäre des Balver Felsendoms. Das Black-Metal-Festival Prophecy kam mit neuem Konzept bei den Fans sehr gut an.

Balve - Das eine Jahr Pause zwischen den Prophecy-Festivals hat gut getan: Davon ist das Veranstalter-Duo Martin Koller und Stefan Belda überzeugt. Sie gründeten das Prophecy-Label vor 23 Jahren. 2015 nutzten sie die Balver Höhle erstmals als Veranstaltungsort. „Wir haben ein noch besseres Programm als vor zwei Jahren zusammengestellt, in welchem bekannte Bands auftreten, die ihre Fans mitbringen“, freuten sie sich am Wochenende.

Und in der Tat: Von der Festival-Eröffnung am Freitagnachmittag bis zum frühen Sonntagmorgen wurden gut 1300 Besucher gezählt. Koller bilanzierte: „Das ist das beste Festival nach der Premiere im Jahr 2015, als wir ausverkauft waren.“ Der von den Veranstaltern eingeschlagene Schritt, unbekannten Bands kein Forum mehr zu bieten, um ihren Bekanntheitsgrad in der Black-Metal-Szene zu steigern, sondern namhafte Musiker aus der ganzen Welt auftreten zu lassen, sei also richtig gewesen.

Die Konzertbesucher machten sich eine schöne Zeit in Balve. Sie reisten dafür aus den Niederlanden, Belgien, der Schweiz, aus Großbritannien und sogar aus Australien an. Aber soviel Platz wie beim vergangenen Mal hatten sie nicht, um ihre Zelte aufzubauen, denn der Eigentümer der größten Wiese ließ diese am Freitag absperren, damit die Fläche für die landwirtschaftliche Nutzung erhalten bleibe. Der für die Camper zuständige Festspielverein zog alle Register, um anderweitig Flächen zur Verfügung zu stellen. Dies gelang auf der Wiese direkt an der Bundesstraße, wo die Metal-Fans schließlich eng zusammenrückten.

Die Band Disillusion verwirrte die Fans mit „außergewöhnlicher“ Instrumentierung. Selbst Trompete und E-Piano kamen dabei zum Einsatz.

So konnten die Fans in der Höhle begeistert mit den Bands auf der Bühne feiern. Düster, laut, aggressiv und vor allem „anders“ wirkt diese Musik auf Außenstehende, ebenso die schwarze Kleidung der Fans. All dies gehört wie die Tätowierungen zu ihrer Lebenseinstellung. „Die Musik ist rebellisch und von den Texten tiefgründiger als Rockmusik“, findet George aus Aachen. Er mag auch durchaus andere Musikrichtungen, hat aber im Black-Metal seine Heimat gefunden. „Die Musik ist technisch sehr anspruchsvoll“, meint er.

Dann stößt er mit Florian und Alex auf die Balver Höhle an, in der sie bereits zum zweiten Mal zu Gast sind. Sie freuen sich auf Bands wie Disillusion. Diese wurde 1994 in Leipzig gegründet, und bewegt sich stilistisch zwischen Progessive-, Death-, Alternative- und Melodic Death. Dass dabei auch E-Piano und Trompete zum Einsatz kommen, finden die Fans nach dem Auftritt „außergewöhnlich“.

Black Metal in der Höhle

Die Umbaupause nutzen die Festivalbesucher dann, um frische Luft zu schnappen. Das umfangreiche Konzert-Programm verlangte eine gute Konstitution. Jetzt aber haben Fans, Bands und Veranstalter zwei weitere Jahre, sich aufs nächste Prophecy vorzubereiten. Es soll am 11. September 2021 stattfinden, wenn das Label sein 25-Jähriges feiert.

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