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Neues Feuerwehrhaus in Sanssouci: Stadt will nicht länger warten

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Von: Julius Kolossa

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„Wir bauen für Ihre Sicherheit!“ steht auf dem Plakat in Sanssouci. Noch in diesem Jahr soll auf dem Grundstück an der B 229/B 515 mit dem Bau des neuen Feuerwehrgerätehauses begonnen werden.
„Wir bauen für Ihre Sicherheit!“ steht auf dem Plakat in Sanssouci. Noch in diesem Jahr soll auf dem Grundstück an der B 229/B 515 mit dem Bau des neuen Feuerwehrgerätehauses begonnen werden. © Kolossa, Julius

Im zweiten Halbjahr 2022 soll mit den Arbeiten für das neue Feuerwehrgerätehaus der Löschgruppe Hönnetal in Sanssouci begonnen werden.

Eine große Werbung an einem Bauzaun auf dem Grundstück an der Kreuzung B 229/B 515 weist bereits darauf hin.

„Wir bauen für Ihre Sicherheit!“, heißt es auf dem Plakat in großen weißen Lettern. Nach Angaben von Michael Bathe, Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters, kam die Idee für das Transparent aus den Reihen der Feuerwehrleute aus Beckum und Volkringhausen, die zusammen die noch junge Löschgruppe Hönnetal bilden.

Bau der B229n verzögert sich

Wurde bislang von der Stadt Balve stets betont, dass der erste Spatenstich erst zeitgleich mit dem Bau des Kreisverkehrs in Sanssouci für die B 229n erfolgen könne, ist davon jetzt keine Rede mehr. Was sicherlich auch daran liegt, dass sich der Beginn der Arbeiten für das 1,2 Kilometer lange Stück Umgehungsstraße von Sanssouci nach Wocklum immer weiter verzögert.

Die Planungen für die Trasse, die über das Gelände des Unternehmens Stockmeier führen soll, laufen seit mittlerweile mehr als zehn Jahren. Der Baubeginn wurde letztlich auf unbestimmte Zeit verschoben. Denn um das Projekt realisieren zu können, muss das Unternehmen teilweise auf das benachbarte Steinbruchgelände umsiedeln und dort einen neuen Standort aufbauen. Erst dann können einige der jetzigen Firmengebäude abgerissen werden, um Platz zu schaffen für Autos und Lastwagen auf der B 229n.

Fledermäuse müssen umgesiedelt werden

Weil aber noch keine Bautätigkeit erkennbar ist und in den Abrissgebäuden teilweise geschützte Fledermausarten nisten, handelt die Stadt jetzt. „In den veranschlagten eineinhalb Jahren Bauzeit für das neue Feuerwehrgerätehaus wird dann hoffentlich auch der Kreisverkehr fertiggestellt“, sagt Sven Rothauge, zuständiger Sachbearbeiter. Über den neuen Kreisel soll das Gerätehaus-Grundstück erschlossen werden.

So soll das neue Gerätehaus aussehen, wenn die Arbeiten abgeschlossen sind.
So soll das neue Gerätehaus aussehen, wenn die Arbeiten abgeschlossen sind. © vom Lehn

„Aber es steht fest, dass dieses Feuerwehrgerätehaus dringend benötigt wird. Die dann erforderlichen Anbindungen an die B 229n sind uns von Straßen.NRW zugesagt“, so Rothauge. Ob für eine mögliche Übergangsphase bis zur Fertigstellung des Kreisels oder auch dauerhaft verkehrstechnische Maßnahmen wie beispielsweise Bedarfsampeln erforderlich werden, um den Einsatzfahrzeugen freie Fahrt zu garantieren, werde im Bauantragsverfahren diskutiert. Der Antrag beim Märkischen Kreis als zuständige Behörde ist bereits eingereicht.

Stadt investiert mehr als drei Millionen Euro

3,016 Millionen Euro wird die Stadt nach einem Ratsbeschluss im Juni 2020 in diesen Bau investieren. Nach der Fertigstellung werden die Feuerwehrgerätehäuser in Volkringhausen und in Beckum überflüssig. Beide Gebäude sind so in die Jahre gekommen, dass der Politik Modernisierungen vor Ort nicht mehr effektiv erschienen.

„In enger Abstimmung mit Straßen.NRW bringen wir dieses Projekt so schnell wie möglich nach vorne“, erklärt Sven Rothauge. „Bisher waren Verfahrensschritte wie die Änderung des Flächennutzungsplans und Bebauungsplans einzuhalten.“ Noch bis Ende Januar läuft das Beteiligungsverfahren, in dessen Rahmen Eingaben zu dem Projekt im Rathaus gemacht werden können. Bisher liegen laut Rothauge noch keine Eingaben gegen das Projekt vor.

Wünsche von Verwaltung und Feuerwehr berücksichtigt

Wenn dann der Rat in seiner Sitzung am 21. März diese Verfahrensschritte zur Kenntnis genommen und der Erteilung der Baugenehmigung zugestimmt hat, kann die Ausschreibung der einzelnen Gewerke erfolgen. Die Entwurfsplanung wurde im Juni 2020 vom Ingenieurbüro vom Lehn vorgestellt. Inhaber Kai vom Lehn berücksichtige bei der Planung die Wünsche von Verwaltung und Feuerwehr für ein funktionelles und wirtschaftliches Gebäude. Eine Fahrzeughalle für fünf Fahrzeuge, Seminarräume, eine Büroeinheit, eine Küche und eine eigene Zufahrt über den neuen Kreisel gehören dazu.

Aufgewertet werden soll das Gerätehaus durch einen Übungsturm, in dem Abseilen aus verschiedenen Höhen möglich wäre, und eine Photovoltaik-Anlage. Ob und in welcher Höhe der bisherige Kostenrahmen wegen der explodierenden Preise in der Baubranche überschritten wird, konnte Sven Rothauge nicht sagen: „Kalkuliert wird nach wie vor mit Gesamtkosten in Höhe von 3,016 Millionen Euro.“

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