Gemeinde St. Blasius führt Gespräche

Neuer Träger für Altenheim St. Johannes: Dann soll die Entscheidung fallen

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Das Altenpflegeheim St. Johannes am Brucknerweg.

Balve – In den nächsten Wochen fällt noch keine Entscheidung darüber, wer neuer Mehrheitsgesellschafter und damit Träger der St.-Johannes-Seniorenwohnanlage in Balve wird.

Jürgen Känzler, geschäftsführender Vorsitzender des Kirchenvorstandes der St.-Blasius-Gemeinde, sagte auf Anfrage der Redaktion: „Eventuell Anfang September können und werden wir berichten.“ 

Bis dahin werde er nach wie vor Stillschweigen darüber bewahren, mit wem die Balver nun als Nachfolger der Katholischen Kliniken im Märkischen Kreis gGmbH (KKiMK) in Gesprächen stehen. Dem bisherigen Mehrheitsgesellschafter wurde der Vertrag mit der St. Marien gGmbH zum 31. Dezember gekündigt, um die im Verbund geleitete St.-Johannes-Seniorenwohnanlage neu auszurichten. Grund dafür waren Spannungen zwischen der Kirchengemeinde und der KKiMK. Die Gemeinde St. Blasius ist Grundstückseigentümerin und mit 47 Prozent zweitgrößte Gesellschafterin. Den Katholischen Kliniken im Märkischen Kreis gehören 51 Prozent. 

Noch 2018 neuen Vertrag abgeschlossen

Noch 2018 war ein neuer Erbbaurechtsbestellungsvertrag als neue Arbeitsgrundlage abgeschlossen worden. Denn bis dahin lag vieles im Argen mit dem Träger, mit dem die Gemeinde in den 1990er-Jahren eine Kooperation zur St. Marien gGmbH geschlossen hatte. Ziel war es, die Kosten für die Unterhaltung des Altenpflegeheims zu minimieren. Passiert sei seit der Vertragsunterzeichnung jedoch wenig, hatte Jürgen Känzler Anfang des Monats erläutert, warum der Vertrag zum 31. Dezember dieses Jahres gekündigt wurde. 

So seien – trotz Vereinbarungen – bauliche Maßnahmen, um die seit 2005 vorgeschriebene Einzelzimmerquote von 80 Prozent zu erfüllen, durch die Mehrheitsgesellschafterin noch immer nicht initiiert worden. Weder Bauantrag noch Baugenehmigung lägen vor. Dies hat wirtschaftliche Folgen für den Betrieb, denn als Zwangsmaßnahme für die Nicht-Erreichung der Quote dürfen vier Pflegplätze nicht belegt werden. 

Gemeinde wird Ende Juni selbst aktiv

Auch seien die zugesagten zehn neuen Plätze nach der Schließung des Hauses Annabell im Oktober 2018 nicht geschaffen worden, so Känzler weiter. Sechseinhalb Millionen Euro sollten insgesamt investiert werden – doch weil keinerlei Maßnahmen umgesetzt worden seien, sei die Kirchengemeinde Ende Juni selbst aktiv geworden und habe den Vertrag gekündigt. 

Um das Altenpflegeheim nicht schließen zu müssen, sondern über den 1. Januar 2021 hinaus auf lange Sicht neu aufzustellen, machte sich die Kirchengemeinde auf die Suche nach einem neuen Mehrheitsgesellschafter. „Es wird auf jeden Fall unter katholischer Trägerschaft weiter fortgeführt“, betonte Jürgen Känzler. Die Kirchengemeinde bleibe Grundstückseigentümerin und halte auch weiterhin ihren 47-prozentigen Anteil an der gGmbH. Die restlichen zwei Prozent sollen bei der zum Generalvikariat in Paderborn gehörende Cura Beratungs- und Beteiligungsgesellschaft für soziale Einrichtungen mbH verbleiben. 

Austritt aus dem Betreiberverbund?

Möglich sei, dass die KKiMK aus dem Betreiberverbund austrete. Dann würden die damit einhergehenden 51 Prozent an den neuen Gesellschafter übergehen. Es sei aber auch vorstellbar, so Känzler, dass ein neuer Vertrag zwischen der Balver Kirchengemeinde und zum Beispiel einer neu zu gründenden Gesellschaft, bestehend aus neuem Gesellschafter, Katholischer Kirchengemeinde St. Blasius und Cura, gegründet werde.

Das Altenpflegeheim St. Johannes steht seit 25 Jahren am Brucknerweg. Das Jubiläum sollte im Frühjahr groß gefeiert werden, musste coronabedingt aber ausfallen. Das Haus ist mit 66 Bewohnern voll belegt. 80 Mitarbeiter sind dort beschäftigt. Zum Altenheim gehört eine betreute Wohnanlage mit 25 Mietern. Auch die wird von der St. Marien gGmbh betrieben.

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