Gegner kritisieren Unternehmen und die Stadt

Neuer Steinbruch-Ärger in Eisborn

Zwei oberflächennahe Sprengungen fanden am Montag im Steinbruch Asbeck statt. Die Staubwolke sei anschließend Richtung Eisborn gezogen, beschweren sich die Steinbruch-Gegner.
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Zwei oberflächennahe Sprengungen fanden am Montag im Steinbruch Asbeck statt. Die Staubwolke sei anschließend Richtung Eisborn gezogen, beschweren sich die Steinbruch-Gegner.

Nach Sprengungen zu Wochenbeginn im Steinbruch des Lhoist-Werkes im Hönnetal klagt die Bürgerinitiative gegen die Steinbrucherweiterung Eisborn/Asbeck (BGS) über massive Staubbelastungen für die Bürger in Eisborn und kritisiert das Unternehmen, aber auch die Stadt Balve. Beide widersprechen den geäußerten Vorwürfen allerdings.

Trotz anhaltender Regenschauer seien nach Sprengungen am 15. März Staubwolken über Eisborn hinweggezogen, teilten BGS-Vorsitzender Martin Hirt und dessen Stellvertreter Jochen Voß am Donnerstag schriftlich mit. „So setzen sich das Gesundheitsrisiko, die Belästigungen und die damit einhergehende massive Einschränkung der Lebensqualität, sowie die Sachbeschädigungen durch den Steinbruchbetrieb fort“, heißt es in der Mitteilung wörtlich.

Die BGS sieht dabei Lhoist in der Pflicht, die Staubentwicklung zu verhindern, wendet sich aber zugleich gegen die Stadt Balve: „Verwundert und enttäuscht ist die BGS Eisborn, weil der Ratsbeschluss der Stadt Balve von Dezember 2019 immer noch nicht umgesetzt ist. Danach sollten Messgeräte zur Staubmessung im Dorf aufgestellt werden. Auch den Landesbehörden ist die Situation hier offensichtlich egal. Die BGS Eisborn wird jetzt prüfen, ob sie nicht selbst ein Gerät aufstellen kann.“

Bürgermeister will sich nicht den Schwarzen Peter zuschieben lassen

Diesen an die städtische Verwaltung gerichteten Vorwurf wies Bürgermeister Hubertus Mühling (CDU) auf Anfrage zurück. „Wir haben uns, nachdem der Auftrag an die Verwaltung ergangen ist, vielmehr in Schulterschluss mit der BGS begeben und diese informiert, dass Messungen vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz als übergeordnete Stelle durchgeführt werden sollen.“ Das Lanuv habe seinerzeit zugesagt, dass für Herbst 2021 Messungen geplant seien. Über diese Zusage habe man auch die Bürgerinitiative in Kenntnis gesetzt. „Schriftführer Hans-Dieter Kolossa informierte uns daraufhin, dass er sich mit dem Lanuv zusammensetzen wolle, um Messungen früher als im Herbst stattfinden zu lassen“, so Mühling.

Im Januar habe das Landesamt der Stadt jedoch schriftlich mitgeteilt, 2021 keine Messungen mehr durchführen zu können – ohne Angabe von Gründen. Bürgermeister Mühling: „Wir haben sofort schriftlich interveniert und nach den Gründen dafür gefragt.“ Darüber seien das Eisborner Bürgerforum – ein Zusammenschluss Eisborner Bürger mit Ortsvorsteherin Pia Spiekermann (CDU) und CDU-Ratsherr Jens Timmermann – sowie die Bürgerinitiative zeitnah informiert worden. „Von der BGS haben wir seitdem nichts mehr gehört beziehungsweise in irgendeiner Weise einen Zwischenstand erhalten – den an uns gerichteten Vorwurf in dieser Sache weisen wir zurück. Denn die BGS soll nicht den Schwarzen Peter auf die Verwaltung schieben“, so Mühling. Eine Antwort des Lanuv auf die Frage der Stadt, warum 2021 nicht gemessen werden könne, sei in der Verwaltung bisher nicht eingegangen.

Drei Beschwerden beim Märkischen Kreis eingegangen

Beim Märkischen Kreis gingen in diesem Jahr drei Beschwerden über Staubentwicklungen nach Sprengungen im Hönnetal-Steinbruch ein, wie Pressesprecher Hendrik Klein auf Anfrage der Redaktion erläuterte. Die bislang letzte Beschwerde wurde am Mittwoch durch Eisborns Ortsvorsteherin eingereicht. Geantwortet wurde ihr laut Kreispressesprecher am Donnerstag, dass alle Messwerte hinsichtlich Staub und Erschütterung innerhalb der gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerte gelegen hätten.

„Der Märkische Kreis steht mit Lhoist in ständigem Kontakt“, so Hendrik Klein weiter. „Alle Messwerte werden uns zügig zur Verfügung gestellt. Bisher befinden sie sich innerhalb der gesetzlichen Grenzwerte. Außerdem führt Lhoist während der Sprengungen ein Besprenkeln der Sprengfläche mit Wasserwänden und Wasserkanonen durch.“ Darüber hinaus habe das Unternehmen zugesichert, die Sprengungen weiter zu optimieren.

Lhoist: Staubwolke ist nicht Richtung Eisborn gezogen

Lhoist-Sprecher Christian Zöller bestätigte auf Anfrage die Durchführung von zwei oberflächennahen Sprengungen am Montag im Steinbruch Asbeck. „Diese erfolgten entsprechend der Vorschriften und unter Einhaltung der Vorgaben aus der Genehmigung, alle Richtwerte wurden eingehalten“, sagte Zöller. Die durch die Sprengungen verursachte Staubwolke sei zudem nicht in Richtung Eisborn gezogen. „Die vom Unternehmen freiwillig installierte Wasserwand als zusätzliche Staubminderungsmaßnahme wollen wir unseren Nachbarn zeitnah vorstellen“, sagte Zöller abschließend.

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